Der Gefährte

Warnings: Yaoi!!! (meint homosexuelles Pärchen)

 

Mit schwingenden Hüften näherte sich blutdurstige Dame Lestat und bückte sich nah bei ihm zu ihm herab.

„Ich bin nicht interessiert Vérène.“, antwortete er gelangweilt und blickte auf das Opfer zu seinen Füßen dass sie ihm gebracht hatte. Die sterbende Schönheit blickte mit bittenden Augen zu ihm herauf, zu schwach um, um den Tod zu bitten. Erdrückte ihren Körper mit seinem Fuß weg. Wäre sie sein Opfer gewesen hätte er keinen Moment gezögert. Eine hübsche adelige Französin, Jungfrau obendrauf. Ein Festessen. Aber der Grund weshalb sie vor ihm lag brachte ihn dazu sich angewidert abzuwenden.

„Lestat.“, hauchte Vérène verführerisch „Nur eine Chance.“

„Vérène“, hauchte Lestat auf dieselbe Art „Falls du diese Chance vertust werde ich dich töten und da ich eine Ewigkeit mit dir aushalte werde ich dich sowieso töten. Geh.“

Vérène schnappte empört nach Luft und fauchte ihn dann böse an, wobei sie ihre Fangzähne entblößte.

„Du wirst es bereuen mich zurückgewiesen zu haben.“, zischte sie, blickte auf die Frau am Boden, schnaubte und verschwand.

Lestat blickte auf die Frau zu seinen Füßen herab. Schwarze Haare in leichten Locken gedreht, braune flehende Augen und ein bereits erschlaffter Körper.

„Ein guter Fang Lestat.“, hörte er die Stimme seines Gefährten.

„Louis.“, erwiderte er und wand den Blick von der Sterbenden ab „du kannst sie haben.“

Louis blickte auf das Opfer herab während Lestat sich erhob und ans Fenster ging.

„Du verschwendest sonst nie soviel… Blut.“, erkannte Louis als er sich neben ihr niederkniete und sanft in ihr Haar fasste.

„Sie war ein… Geschenk.“, antwortete Lestat während er aus dem Augenwinkel betrachtete wie Louis die Sterbende streichelte, er verzog das Gesicht und sah wieder aus dem Fenster.

Louis blickte ihn fragend an. „Erlöse sie zuerst Louis, sie leidet und du magst das doch nicht.“

Louis blickte Lestat verwundert an, senkte dann jedoch seine Zähne in das Fleisch der sterbenden Frau und erlöste sie von ihrem Leid. Das Blut floss warm und süß in seinen Mund und stillte seinen Durst. Als er geendet hatte erhob er sich und wollte sich mit einem weißen Handtuch über die Lippen wischen doch Lestat erschien neben ihm und hielt sein Handgelenk fest. Gebannt blickte er auf Louis’ Lippen an denen der flüssige Lebenssaft haftete. Louis öffnete verwundert seine Lippen um einige Zentimeter und das schien für Lestat wie ein Willkommensgruß zu sein. Lestat beugte sich vor und leckte Louis über die Lippen bevor er seine Zunge in seinen Mund schob. Louis erschrak ob dieser Reaktion doch bald entwickelte sich ein Kribbeln in seinem Bauch. Als Lestat sich seine Zunge leicht an Louis Fangzähnen aufriss und der Geschmack von ein paar Tropfen Blut sich mit dem berauschenden Gefühl des Kusses verbanden war es endgültig um Louis geschehen.

 

 

Später lagen beide gemeinsam in Lestats Himmelbett und umarmten einander als Louis das Wort an seinen Gefährten richtete: „Wessen Geschenk war sie?“

„Vérène, eine Vampirdame, kam zu Besuch und wollte mich als Gefährten gewinnen. Sie war ihr Gastgeschenk.“

„Du hast abgelehnt?“

„Ich habe bereits einen Gefährten Louis.“

Louis lächelte selig und bettete seinen Kopf auf Lestats Brust um friedlich einzuschlafen. Lestat sah auf ihn herab und wunderte sich einmal wieder wie er Lestats nicht überdrüssig wurde. In seinem Leben gab es keine Beständigkeit, immer wieder langweilte ihn etwas, er konnte sich an nichts gewöhnen, fand nirgends Ruhe und Geborgenheit. Doch Louis war der Fixpunkt in seinem Leben und die Aussicht auf eine Ewigkeit hörte sich mit Louis an seiner Seite verlockend an.

 

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