Mein steiniger Weg ins Glück (1)

 

Tamaki lag allein in seinem neuen Zimmer im Souh Hauptgebäude und starrte an die Decke. Seine Probleme rauschten schmerzhaft an ihm vorbei. Obwohl er seine neuen Aktivitäten im Familiengeschäft mochte und sich sehr dafür interessierte, gab es eine Menge negativer Dinge in seinem Leben.

Er konnte noch immer seine Mutter nicht sehen, womit er sich trotz des Schmerzes langsam abgefunden hatte. Man hatte ihm nicht nur seine vertrauten Angestellten sondern auch seinen besten Freund, den Hund Antoinette [style type="italic"](A/N: ich hab nie verstanden ob es nun eine „sie“ ist, denn der Name ist weiblich, aber immer wenn sie von ihr/ihm reden sprechen sie mit männlichem Pronomen...) [/style]weggenommen. Obwohl er sich seit seiner Ankunft nichts anderes gewünscht hatte als gemeinsam mit seinem Vater und seiner Großmutter im Hauptgebäude zu leben war er jetzt nicht sonderlich glücklich darüber. Weder mit seinem Vater noch mit seiner Großmutter konnte er essen und er sah sie so gut wie nie.

Er war immer allein.

Den Angestellten war es verboten mit ihm außer dem Nötigsten zu sprechen. Seine Großmutter hatte sogar veranlasst, dass Wachhunde vor seinem Zimmer geradezu darauf warteten ihn zu zerfleischen. In der Schule konnte er kaum mit den anderen sprechen, da er sofort nach Unterrichtsschluss von der Sekretärin seiner Großmutter am Klassenzimmer abgeholt wurde.

'Als würden sie mit mir noch sprechen wollen', dachte er säuerlich. Nachdem er endlich mit seiner Großmutter ein längeres Gespräch führen konnte wurde ihm einiges klar. Nämlich vor allem das er eine Gefahr für Haruhis Pläne und Wünsche war. Wenn bekannt würde, dass sie ein Mädchen war und nicht wie alle angenommen hatten ein Junge, dann würde sie sicherlich von der Ouran High fliegen. Und das hatte sie schließlich nur getan weil er sie dazu genötigt hatte. Und wenn sie von der Ouran geschmissen wurde könnte sie ihren Traum, wie ihre Mutter eine Anwältin zu werden, vergessen. Seine Großmutter hatte ihm „geraten“ den Kontakt mit ihr abzubrechen und den Ouran Host Club zu verlassen.

Er schloss gequält die Augen als er daran dachte wie er sich von Haruhi hatte trennen müssen und verkündet hatte den Host Club zu verlassen.

Alle waren schockiert und enttäuscht gewesen, aber natürlich hatte Kyoya ihn sofort durchschaut. Obwohl Tamaki ihm nichts von seinem Gespräch zu seiner Großmutter erzählt hatte ahnte er sicher etwas. Kyoya kannte sich mit der High society Japans aus, er kannte die Intrigen und Pläne der einzelnen Spieler dieses gefährlichen Spiels um Geld und Macht. Er kannte sie alle, er wusste genau was Tamakis Großmutter vor hatte, er brauchte eigentlich nur noch Beweise.

Doch das Schmerzhafteste von allem war für Tamaki dass er jetzt, wo er endlich seine Gefühle für Haruhi realisiert hatte keine Zeit mit ihr verbringen konnte. Dadurch dass er den Host Club verlassen und keine Freizeit mehr hatte war es unmöglich sie mehr als einen kurzen Blick zu sehen. Doch noch schlimmer war, dass er sie mit seinen Worten verletzt und von sich fort getrieben hatte. Doch das alles hatte er nur für sie getan, er wollte dass sie ihren Traum verwirklichen und eine hervorragende Anwältin werden konnte. Tränen liefen stumm seine Schläfen herab als er einsam und voll Herzschmerz auf seinem Bett lag.

Es klopfte und Tamaki schreckte hoch, dann bat er herein.

„Meister Tamaki.“, grüßste eine der Angestellten „Die Madam ruft sie in den Salon. Es ist Besuch für sie da.“

 

 

Haruhi zitterte noch immer als sich die Tür zu ihrem Zuhause öffnete.

„Haruhi?“

„Ich bin hier.“, sie rappelte sich auf und verstaute die Decke bevor ihr Vater hereinkam, er sah sie lange an und Haruhi blickte traurig zurück.

„Haruhi.“, flüsterte er als er ihren Schmerz erkannte, doch bevor einer von ihnen reagieren konnte blitzte und donnerte es laut und Haruhi flog ihm weinend und verängstigt in die Arme. Er umarmte seine kleine Tochter und flüsterte ihr beruhigend zu bis der Sturm endlich ein Ende nahm.

Sie saßen gemeinsam auf dem Boden und Haruhi wischte sich beschämt die Augen trocken. Um von ihrer Angst abuzlenken fragte sie:

„War heute jemand zu Besuch?“, sie hatte erkannt, dass er ein Glas für einen Besucher herausgenommen hatte. Ranka nickte ernsthaft.

„Ja.“, meinte er und griff nach dem Kuvert das noch immer auf dem Tisch lag „Jemand hat für dich diesen Brief aus der Ouran gebracht.“

„Aus der Ouran?“, fragte Haruhi verwundert und öffnete den offiziellen Brief, ihre Pupillen flogen schnell hin und her während sie immer erstaunter las was der Brief preisgab

„Ein Stipendium...?“, keuchte sie bevor sie aufsah, direkt in die Augen ihres Vaters

„Was ist vorgefallen Haruhi?“, fragte er besorgt

 

 

„Also was hast du herausgefunden Kyoya?“, fragte Hikaru der neben den anderen drei Host Club Mitgliedern, seinem Bruder Kaoru, Honey und Mori saß. Kyoya richtete seine Brille.

„Die Anwältin der Souhs war heute bei Ranka. Haruhi wird ein Schüleraustausch nach Amerika bis zu ihrem Abschluss angeboten.“

Stille trat ein.

„Das kann doch nicht-“, brauste Hikaru auf

„Doch. Die Präsidentin [style type="italic"](Tamakis Großmutter) [/style]will unbedingt, dass Tamaki und Haruhi getrennt werden.“

„Hat sie ihn also angestiftet all das zu sagen?“, vermutete Honey, Kyoya nickte

„Zumindest hat sie ihn beeinflusst. Dadurch das Tamaki sich von uns entfernt hat und der Host Club geschlossen ist könnte es vermutlich naheliegend für Haruhi sein das Angebot anzunehmen.“, er seufzte „Es ist eine sehr gute Möglichkeit für sie, außerdem wird ihr alles bezahlt und sie wäre keine finanzielle Last für ihren Vater. Sie könnte sehr viel lernen und es würde ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.“

„Aber Haru- Haru will doch gar nicht fort.“, meinte Honey traurig

„Wer weiß.“, meinte Kaoru traurig „So eine Möglichkeit bekommt sie doch nie wieder. Und jetzt wo alles mit dem Host Club und Tono vorbei zu sein scheint, vielleicht nimmt sie ja an...“

„Was können wir tun?“, fragte Hikaru verzweifelt, er selbst spürte ein schmerzhaftes Stechen in seinem Herzen als er daran dachte Haruhi für die nächsten zwei Jahre nicht jeden Tag sehen zu können. Erst seit kurzem war auch ihm klar geworden, dass er in Haruhi verliebt war. Doch sie hatte ihn abgewiesen obwohl sie weiter mit ihm befreundet sein wollte. Hikaru hatte sich geschworen nicht aufzugeben und weiter um sie zu kämpfen.

„Wir müssen warten, ich bin mir noch nicht sicher welche Rolle Tamakis Vater und die Anwältin spielen.“, meinte Kyoya und nach einer kurzen Pause fügte er an „Ich werde irgendwie mit Tamaki sprechen müssen. Er muss davon erfahren, dass Haruhi dieses Angebot von seiner Großmutter erhalten hat. Vielleicht öffnet ihm das die Augen...“

 

 

„Verlobte?“, fragte Tamaki ungläubig und sah auf das hübsche blonde Mädchen das seiner Großmutter gegenüber saß. Sie sah ihn nicht an sondern blickte mit verbissenen Ausdruck auf ihre Kniee. Neben ihr saß eine Frau die von Alter her ihre Mutter hätte sein können, jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit ihr aufwies.

Er war in der Hoffnung heruntergekommen einer seiner Freunde, vielleicht Kyoya, hätte die Erlaubnis erhalten ihn zu besuchen. Er wollte so gerne mit ihm sprechen, aber da er sein Handy hatte abgeben müssen und die Telefonleitung nur nach Erlaubnis benutzt werden konnte, hatte er keine Möglichkeit ihn zu kontaktieren. Doch als er unten eintraf saßen die beiden fremden Frauen bei seiner Großmutter und diese erklärte ihm sie habe das perfekte Mädchen für ihn gefunden.

„Ja, eine Verbindung unserer Familien würde jedem von großem Vorteil sein.“, meinte die fremde Frau mit blasiertem Ausdruck und fügte dann mit einem Seitenblick auf das Mädchen an: „Eclaire ist sich dessen jedenfalls voll bewusst.“

'Eclaire? Das ist aber kein japanischer Name', fiel Tamaki sofort auf, natürlich waren ihre blonden Haare ebensowenig ein typisch japanisches Merkmal, doch erst durch den Namen wurde er unsicher. Schließlich hätte sie adoptiert oder ein Halbblut wie er sein können. Doch wieso war ihr Name kein japanischer, so wie bei ihm?

„Auch Tamaki ist sich dessen bewusst. Er wird mich nicht enttäuschen“, sagte seine Großmutter im Brsutton der Überzeugung. Noch nie hatte Tamaki sie über ihn so sprechen hören und es überzeugte ihn in seiner Entscheidung

„Natürlich werde ich keine Minute zögern die wundervolle Eclaire zu meiner Verlobten zu nehmen.“, stimmte er zu und beobachtete wie Eclaire das Gesicht verzog.

„Gut.“, meinte seine Großmutter sichtlich zufrieden und erlaubte dann: „Ihr könnt euch gerne im Garten unterhalten während wir die Förmlichkeiten regeln.“

Soviel Freiheit hatte Tamaki in letzter Zeit kaum genossen, er sah das als gutes Zeichen der Annäherung zu seiner Großmutter. Er bot der jungen Dame seinen Arm an, unter dem strengen Blick der fremden Frau hakte sie sich gehorsam unter.

Von Dienern überwacht liefen sie in den großen Garten des Souh Anwesens. Einen Moment liefen sie so schweigend nebeneinander her. Es tat Tamaki weh wenn er daran dachte, dass er sich statt ihrer Haruhi an seiner Seite wünschte, doch natürlich war das zu ihrem eigenen Wohl nicht möglich. Er pflückte eine Rose und steckte sie Eclaire galant ins Haar. Sie machte keinen fröhlichen Ausdruck, doch er wollte sie nicht dazu drängen etwas zu sagen.

Einige Schritte weiter fuhr sie sich mit angewiedertem Ausdruck durch das Haar sodass die Rose hinunterfiel

„Oh, das tut mir schrecklich Leid.“, meinte sie in einem Tonfall der klar machte, dass es ihr überhaupt nicht leid tat

„Eclaire.“, begann Tamaki „Sag mir doch bitte weshalb du so ausgesprochen... unerfreut bist.“

Sie kniff die Lippen zusammen.

„Bist du denn so glücklich darüber, dass über deinen Kopf hinweg über deine Zukunft entschieden wird?“, presste sie hervor.

„Nein.“, antwortete er ehrlich „Aber ich muss dem zustimmen.“

Er hatte erkannt, dass der einzige Weg zu erhalten was sein größter Wunsch war, der war den Worten seiner Großmutter zu gehorchen. Auch wenn es wehtat. Es war weitaus schlimmer gewesen Haruhi aus seinem Leben zu verbannen, als nett zu einer völlig Fremden zu sein. Sein ganzer Charakter, das Leben im Host Club und eigentlich sogar die Gene seines Vaters waren so ausgerichtet, dass es ihm nicht schwer fiel charmant zu Frauen zu sein.

„Wie kannst du das nur hinnehmen?“, fragte sie verzweifelt

„Ich habe einen Plan. Um ihn zu verwirklichen, werde ich noch sehr viel mehr erleiden müssen als mit einer hübschen Frau durch einen Garten zu spazieren...“

„Hör auf damit!“, sagte sie in weinerlichem Ton „Hör auf so charmant zu sein, ich halte das nicht aus! Ich will diese Worte nicht von dir hören...“

„Sondern?“

„Sondern nichts!“, brauste sie auf, wieder kehrte Stille zwischen ihnen ein und nach einem Moment blieb Eclaire stehen „Gehen wir zurück?“

Tamaki nickte und führte sie vorbei an den Angestellten zurück zum Anwesen, auf dem Weg ergriff er nochmals das Wort

„Ist die Frau dort drinnen deine Mutter?“

„Meine Stiefmutter.“, meinte Eclaire bitter und Tamaki entschied noch nicht weiter darüber nachzuhaken.

 

---~+~---

 

 

 

 

 

 

 

Hikaru sah traurig zu Haruhis verlasenem Platz und traf dann Kaorus traurigen Blick, beide seufzten gleichzeitig auf. In der Pause wurden sie von Klassensprecher angesprochen.

„Wisst ihr wo Fujioka ist?“, fragte er

„Scheinbar krank.“, antwortete Kaoru teilnahmslos und der Klassensprecher merkte, dass er nicht weiter erwünscht war, trotzdem bat er beide:

„Sagt ihr ihm bitte bescheid, dass der Direktor ihn sprechen wollte?“ Die Zwillinge sahen einander überrascht an, nickten dann jedoch.

 

 

Tamaki und Kyoya liefen gemeinsam zu ihrem Biologieunterricht im nördlichen Trakt des südlichen Schulgebäudes. Als sie stumm an den Treppen zum Musikzimmer 3 vorbeiliefen blickte Tamaki sehnsüchtig hinauf. Kyoya bemerkte seinen traurigen, sehnsuchtsvollen Blick.

„Wieso mach ihr keine Events?“, fragte Tamaki leise

„Der Raum ist wegen Reparatur geschlossen.“, erklärte Kyoya „Wir werden warten müssen bis er wieder geöffnet wird und wir den neuen Schlüssel vom Direktor erhalten.“

Tamaki nickte nur, als ihm eine Idee kam und er Kyoya mit glänzenden Augen ansah. Kyoya wurde durch diesen Ausdruck schmerzhaft an die schöne Zeit mit dem Host Club erinnert als dieser Ausdruck eine neue begeisterte Idee Tamakis bedeutete.

„Ich muss ja gar nicht mitmachen.“, meinte er und Kyoya bemerkte wie er während er sprach noch dabei war seinen gerade gefassten Plan – was auch immer es war – fertig zu denken „Ich kann doch auch ein Kunde werden!“

Kyoya sah ihn einen Moment überrascht an, dann meinte er „Tamaki, du hast keine Zeit dazu.“

Tamaki wedelte ungeduldig mit der Hand „Noch nicht. Ich bin mir sicher, dass Großmutter mir bald mehr Freiheit einräumen wird.“

Kyoya sah seinen besten Freund misstrauisch an „Wie kommst du darauf?“

Tamaki sah einen Moment durch Kyoya hindruch als er an Eclaire dachte und wie er sie auf seine Seite ziehen könnte, dann bat er den geduldig wartenden Freund: „Würdest du heute bitte zum Essen kommen?“

Kyoya öffnete leicht den Mund, doch dann registrierte er, dass das die einzige Möglichkeit war sich mit Tamaki zu unterhalten da seine Großmutter noch immer nicht mit ihm aß. Und er musste Tamaki sowieso von Haruhis Stipendium erzählen. Scheinbar hatte auch der Souh Erbe einiges auf dem Herzen

„Natürlich.“, stimmte er deshalb zu und sah wie Tamakis Augen in Erinnerung an des alten fröhlichen Tamaki aufleuchteten. Er freute sich, dass er endlich mal ein Essen gemeinsam mit Kyoya – mit irgendjemandem mit der er sich unterhalten könnte – verbringen konnte und endlich in Ruhe über seine Probleme sprechen konnte.

 

 

„Kyoya!“, die Zwillinge rannten auf den älteren Mitschüler zu, als sie ankamen sahen sie noch wie Tamaki in den Wagen der Souhs einstieg und ihnen kurz zuwinkte bevor das Auto um die nächste Biegung verschwand. Kyoya sah dem Auto hinterher bevor er sich an die Zwillinge wandte

„Ja?“

„Hast du mit ihm gesprochen?“

„Nein, aber ich bin heute zum Abendessen eingeladen. Dort werden wir uns in Ruhe unterhalten können. Außerdem schient er auch einige Neuigkeiten zu haben die ihm auf der Zunge brennen.“

Die Hitachin Brüder nickte

„Wisst ihr mehr über Haruhi? Habt ihr mit ihr sprechen können?“

„Sie war heute nicht in der Schule.“, antworteten sie gleichzeitig und Hikaru fuhr fort „Aber wir gehen jetzt zu ihr um sie zu besuchen.“

„Ja, wir haben ihr eine SMS geschrieben und sie hat zugestimmt.“, ergänzte Kaoru, Kyoya nickte

„Gut, dann machen wir uns wohl besser auf den Weg.“

 

 

„Du wirst also verlobt?“, das Mädchen mit dem langen schwarzen Haar legte ihre Teetasse auf die Untertasse zurück. Sie blickte nachdenklich auf den Oberfläche des Tees

„Na wenigstens bist du endlich zu etwas gut.“, meinte ein jüngeres, ebenfalls schwarzhaariges Mädchen das gerade hereinschaute „Ich hab nie verstanden wieso du deine Zeit mit ihr verschwendest Kotoko.“

Kotoko sah von der Teetasse auf und befahl dem jüngeren Mädchen: „Geh, du störst.“

Obwohl sie unwillig aussah gehorchte sie Kotoko, doch bevor sie ging meinte sie:

„Mutter möchte dich sprechen bevor du gehst.“

Kotoko nickte und als sie endlich die Tür geschlossen hatte wandte sie sich Eclaire zu „Sie akzeptieren dich noch immer nicht?“

Eclaire zuckte mit den Schultern „Als wär das was Neues.“

Kotoko seufzte auf

„Du bist die einzige die nett zu mir ist.“, flüsterte Eclaire und rührte unnötig in ihrem Tee

„Nun, ich bin nur deine Cousine, sie müssen mit dir das Erbe teilen. Natürlich sind deine Geschwister da etwas... ungehalten.“

„Halbgeschwister.“, korrigierte Eclaire verbissen

„Halbgeschwister, aber nicht Halbcousine?“, fragte Kotoko mit einem schrägen Lächeln

„Nein.“, antwortete Eclaire ehrlich „Freundin.“

Kotoko lächelte erfreut, bevor sie fragte: „Was hast du jetzt vor?“

„Ich weiß nicht. Er schient darüber auch nicht sonderlich erfreut.“, meinte Eclaire nachdenklich

„Meinst du, du kannst ihm trauen?“, fragte Kotoko

„Ich weiß es nicht. Aber so schnell werde ich ihm mein Geheimnis sicherlich nicht anvertrauen. Erst will ich etwas mehr über ihn erfahren.“

„Verständlich.“, kommentierte Kotoko „Wie heißt er?“

„Tamaki Souh.“, antwortete Eclaire und beobachtete wie ihre Freundin mitten in der Bewegung zur Teetasse stehen blieb „Ich wusste du müsstest ihn kennen!“

„Tamaki, hm?“, meinte sie leise und griff nach der Tasse, sie schien sehr nachdenklich und auch besorgt „Er ist der uneheliche Sohn des Souh- Imperiums. Da er auch der einzige Sohn ist den der Direktor hat wurde er aus Frankreich hierher gebracht um in die Geschäfte eingeführt zu werden.“

„Frankreich?“, meinte Eclaire überrascht „Na dann haben wir ja schon einiges gemeinsam.“

Kotoko nickte traurig „Ja, mehr als du glaubst...“

 

 

Haruhi legte ihre Uniform zusammen und strich mit den Händen darüber. Die hatte sie vom Host Club geschenkt bekommen... Die Kravatte störte sie schon lange nicht mehr und auch sonst fühlte sie sich in der Jungenuniform ganz wohl. Es hingen viele schöne Erinnerungen daran. Traurig seufzte sie auf, dann schloss sie die Augen. Bevor sie in ihren depressiven Gedanken versinken konnte klingelte es und Haruhi ging an die Tür.

„Hallo Haruhi!“, grüßte die Zwillinge im Chor und sie grüßte höflich zurück bevor sie sie einließ.

„Wie geht es dir?“, fragte Kaoru und Hikaru fügte an „Wieso bist du nicht zur Schule gekommen?“

„Ich... ich brauchte etwas Zeit.“, erklärte Haruhi und nach kurzem Zögern erzählte sie ihnen von dem Stipendium das ihr in den USA angeboten wurde.

„Und was denkst du?“

Haruhi sah nachdenklich aus und sie ließ sich Zeit bevor sie antwortete „Ich habe mit meinem Vater gesprochen. Er hat mir geraten, was auch immer geschieht, auf mein Herz zu hören.“

„Und was sagt dein Herz?“, fragte Hikaru vorsichtig

„Weißt du, es gibt soviel das mich hier hält.“, antwortete Haruhi „Ich mag die Ouran wirklich und ich bin gerne mit meinen neuen Freunden zusammen. Ich bin sicher, dass wir den Host Club auch... auch ohne Tamaki- senpai wieder starten können und das würde mich freuen. Und mein Vater, ich frage mich ob er allein zurecht kommt und ob er mich nicht vermissen wird. Außerdem...“, sie zögerte bevor sie flüsterte „...die Erinnerungen an meine Mutter...“

Beide Zwillinge sahen sich betroffen an und hörten dann wieder zu als Haruhi fort fuhr „Ich glaube nicht, dass das alles wahr ist was Tamaki- senpai da gesagt hat und... ich will die Wahrheit wissen. Außerdem sind 2 Jahre unglaublich lang wenn man einsam ist.“

„Haruhi.“, meinte Hikaru gerührt

„Ich... ich glaube ich werde...“, Haruhi stoppte sich „Ich will noch darüber nachdenken, versteht ihr? Ich meine es ist eine einmalige Chance. Ich frage mich die ganze Zeit was meine Mutter tun würde. Es ist eine so große Erfahrung, die ich gerne machen würde. Aber ich vermute auch, dass es schwierig werden könnte wenn ich ablehne.“

„Was meinst du Haruhi?“, fragte Kaoru interessiert

„Es hat einen Grund das mir dieses Stipendium plötzlich angeboten wurde.“, erklärte Haruhi entschlossen „Und wenn ich diese Pläne einfach durchkreuze, denkt ihr nicht, dass ich dann in Schwierigkeiten gerate?“

 

 

„Kyoya!“, grüßte Tamaki fröhlich seinen besten Freund „Komm doch herein.“

Er führte seinen Freund, nachdem er seine Garderobe abgegeben hatte ins Esszimmer wo sie nebeneinander platz nahmen. Bald kam auch schon die Vorspeise die sie gemeinsam genossen.

„Also Tamaki, du wolltest mir doch etwas erzählen.“, munterte Kyoya seinen Freund auf und dieser ließ den Löffel sinken um Kyoya ernst anzusehen.

„Großmutter... sie hat mir ein Mädchen vorgestellt.“, Kyoya ließ auch seinen Löffel sinken „Sie soll meine Verlobte werden.“

„Ach?“, meinte Kyoya, obwohl sein Ausdruck ernst war sprach er in einem lockeren Ton „Wird auch Zeit, dass du endlich jemand vernünftigen an deiner Seite hast.“

Tamaki sah ihn erstaunt an, doch Kyoya sah einmal schnell nach rechts, als würde er über seine Schulter sehen und Tamaki verstand, dass er vermutete sie würde abgehört werden. Er nickte verstehend.

„Was denkst du Kyoya? Wie soll ich mich verhalten?“

„Na am besten doch so wie immer Tamaki.“, riet ihm Kyoya während er ihm direkt in die Augen sah „Du wirst sie schnell um den Finger wickeln.“

Tamaki dachte über diese Worte nach und vermutete, dass Kyoya wollte das er Eclaires Vertrauen gewann, so wie er es selbst schon vor gehabt hatte.

„Ach, hast du schon das Neueste gehört?“, meinte Kyoya in einem lässigen Ton während er sich darauf konzentrierte durch das Gespräch nicht das Essen zu unterbrechen. Er wollte der Präsidentin keinen Grund geben ihm zu misstrauen, sodass er Tamaki weiter besuchen durfte. Sie durften den Kontakt zu ihm nicht verlieren... „Haruhi hat ein Stipendium bekommen. Aber das weißt du sicherlich schon, schließlich muss dein Vater es ausgestellt haben.“

Tamaki sah überrascht auf und begegnete Kyoyas warnendem Blick

„Ach?“, meinte er nur in desinteressiertem Ton

„Ja, sie soll bis zu ihrem Abschluss nach Amerika gehen. Ist das nicht eine wundervolle Chance für sie? Sie wird dort sicher viel lernen und ihre Pläne umso besser verwirklichen können.“

„Ja.“, antwortete Tamaki knapp

„Sicherlich wird sie die Ouran vermissen, aber hier wurde sie schließlich nur vom Lernen abgelenkt. Der Host Club und diese Farce eines männlichen Erscheinens.“, fuhr Kyoya fort, während Tamaki unter dem Tisch die Hand zur Faust ballte „So wird sie die nächsten zwei Jahre ihrem Studium ihre volle Konzentration schenken können. Ich hoffe sie packt diese Chance beim Schopf.“

Kyoya stupste Tamaki unter dem Tisch an sodass dieser antwortete: „Sicher, es wäre dumm diese Möglichkeit nicht wahrzunehmen.“

„Genau. Meinst du wir können uns nach dem Essen bei einem Spaziergang unterhalten?“, fragte Kyoya lässig „Ein Spaziergang nach dem Essen ist immer so erfrischend.“

Tamaki kannte Kyoya lange genug um zu wissen, dass er soetwas nie ohne Grund sagen würde und so nickte er „Ja, gerne.“

 

„Also Klartext Kyoya, geht Haruhi?“, fragte Tamaki ungeduldig und versuchte dabei seine äußere Maske zu wahren.

„Ich weiß es nicht Tamaki.“, flüsterte Kyoya „Was ist mit dir?“

Tamaki sah seinen besten Freund überrascht an „Mit mir?“

„Ja, verlässt du uns?“, Kyoya sah Tamaki ernst an und dieser verstand worauf er anspielte

„Es tut mir Leid Kyoya.“, meinte er reuig „Aber es gibt Ziele die ich verfolgen muss, Wünsche die ich erfüllen muss. Träume die wahr werden müssen.“

Kyoya wandte sich ihm zu und packte ihn das fest an den Oberarmen

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das gerade dir sagen müsste: Aber was ist mit deinen Zielen, Wünschen und Träumen? Was ist mit Haruhi?“

Tamaki blickte verzweifelt in Kyoyas Augen „Ich...“

„Ja, Tamaki: Du!“, fiel ihm Kyoya ins Wort „Du warst es doch der uns in diese Traumwelt entführt hat, wie kannst du dann deine Träume begraben? Du warst es der uns gezeigt hat wie wichtig es ist seine Ziele hartnäckig zu verfolgen und du willst deine einfach aufgeben? Du warst derjenige der uns immer wieder gesagt hat wie wichtig es ist seinen Wünschen zufolgen und du lässt sie dir einfach wegnehmen? Tamaki!“

Tamaki standen die Tränen in den Augen „Meine Wünsche, Kyoya, meine Träume und Ziele, sie liegen hinter Schutt und Asche.“, eine Träne fiel zu Boden „Der einzige Weg den ich klar sehen kann...“

„...ist der falsche.“, flüsterte Kyoya und zog ihn in seine Arme. Überrasch bliebt Tamaki reglos stehen während Kyoya ihn umarmte

„Kämpfe, mein Freund. Du bist nicht allein.“

Nach diesen Wort entließ Kyoya Tamaki und lief allein zum Ausgang. Tamaki blickte ihm noch lange hinterher, bevor nach langer Zeit wieder ein entschlossener Ausdruck auf sein Gesicht trat. Zusammen mit einem strahlenden Lächeln.

 

+~+

 

„Also, was gibt’s?“, fragte Honey neugierig als er mit Mori zusammen seine alte Schule besuchte um mit den ehemaligen Hosts zu sprechen.

„Die verbieten den Host Club!“, brauste Hikaru auf

„Was?“, fragte Honey schockiert

„Ja.“, entgegnete Kyoya verbissen „Und Tamaki ist in keiner Verfassung uns mit irgendeiner seiner verrückten Ideen zu helfen.“

„Wie geht es Tama- tama?“, wandte sich Honey an Kyoya, der seufzte

„Er ist von seiner Großmutter eingekesselt, sie hat ihn mit einem Mädchen verlobt. Eine gewisse Eclaire Tonnerre...“

„WAS?“, unterbrachte die Zwillinge synchrom und Kaoru stammelte: „Aber er... er mag doch... Haruhi.“

„Ich habe mich über diese Tonnerre kundig gemacht“, Kyoya richtete seine Brille „Ihr werdet es nicht glauben...“

 

 

„Fujioka- kun.“, grüßte der Direktor und bot Haruhi einen Platz an, sie setzte sich gleich.

„Nun wie sieht deine Entscheidung aus?“

„Direktor.“, flüsterte Haruhi „Habe ich eine Wahl?“

Der Direktor lehnte sich zurück „Es ist die Wahl zwischen Herz und Verstand. Zwischen Richtig und Falsch. Zwischen Sieg und Niederlage.“

„Wie würden Sie sich entscheiden?“

„Ich habe mich bereits entschieden.“, meinte er mit einem traurigen Lächeln „Für die süßeste Niederlage meines Lebens.“

„War es richtig?“

Der Direktor nahm sich Zeit „In dem Moment und viele Jahre danach war es richtig. Für mich war es immer richtig. Aber für meinen Sohn, Haruhi, für ihnen war es vielleicht nicht richtig.“

„Doch.“, widersprach Haruhi „Sonst wäre er nie so glücklich geworden. Ohne den Host Club, ohne seine Freunde.“

Der Direktor lächelte schwach „Ich kann nur wiederholen, dass ich euch dafür sehr dankbar bin-“

„Nein.“, unterbracht Haruhi entschieden „Sind Sie nicht.“

„Erklär mir das.“, verlangte der Direktor überrascht.

„Wenn Sie es wären, dann würden Sie nicht den Club schließen lassen!“, erklärte sie aufgeregt „Und sie würden uns helfen. Mir helfen... mir eine Wahl lassen.“

„Aber ich lasse dir eine Wahl.“, wiederholte er „Und was den Club angeht, das war nicht meine Entscheidung.“

Haruhi senkte mit gerunzelter Stirn den Kopf „Sie stehen in meiner Schuld.“

„Ja, das tue ich.“, erwiderte der Direktor mit warmer Stimme

„Dann erlauben Sie mir einen Wunsch.“, verlangte sie entschlossen und blickte ihn unnachgiebig an. Der Direktor lächelte und nickte „Sobald es in meiner Macht steht.“

„Ich will Zeit.“, sprach Haruhi ihren Wunsch aus „Ich will mehr Zeit zu entscheiden.“

„Wieviel Zeit?“

„Bis zum Halbjahr.“

Der Direktor wurde stumm, er dachte eine lange Zeit nach, dann antwortete er „Unter einer Bedingung.“

Haruhi erwartete die Konditionen.

„Du wirst nicht mehr versuchen Einfluss auf Tamaki zu nehmen.“

Haruhi schluckte...

 

 

„Das sind die Ausstellungsstücke unserer Familie.“, erklärte Tamaki während er Eclaire die Gegenstände in den Vitrinen zeigte

„Das interessiert mich nicht die Bohne.“, kommentierte sie gelangweilt, er lächelte bloß

„Würdest du mir etwas von dir erzählen?“

Eclaire antwortete nicht, dann machte sie einen Vorschlag „Spielen wir ein Spiel. Jeder darf eine Frage stellen die der andere beantworten muss, dann darf er fragen. Bis einer sich weigert.“

Tamaki stimmte nickend zu „Ladys first.“

„Wo ist deine Mutter?“, fragte sie sofort

„In Frankreich.“, antwortete er ebenso fix und fragte gleich „Wo ist deine leibliche Mutter?“

„Dito.“, antwortete sie und fragte dann „Sind deine Eltern verheiratet?“

„Nein. Deine?“

„Nein.“, Eclaire dachte einen Moment nach „Bist du der Erbe des Suoh Imperiums?“

„Das steht noch nicht fest.“, antwortete Tamaki wahrheitsgemäß, auch wenn er jetzt im Hauptgebäude residierte bedeutete das noch lange nicht, dass er akzeptiert wurde „Bekommst du einen Teil des Erbes?“

„Es wird zu gleichen Teilen zwischen mir und meinen Halbgeschwistern aufgeteilt.“, antwortete sie gleichgültig, das konnte sie alles auch so herausfinden „Was ist dein größter Wunsch?“

Tamaki sah sie lange an, bevor sie provozierend fragte „Ziehst du den Schwanz ein?“

Er grinste „Nein.“, dann antwortete er vorsichtig „Ich wünsche mir meine ganze Familie an einem Tisch zu sehen.“

Eclaire verstummte und sah ihn eine ganze Weile nachdenklich an. 'Man muss eine Hand reichen um eine andere zu nehmen.', dachte Tamaki, jetzt musste er sie aufmuntern seine Hand zu ergreifen

„Liebst du deinen Vater?“, fragte er und brachte Eclaire aus dem Gleichgewicht, sie schien sich nicht entscheiden zu können wie sie antworten sollte.

Er wiederholte ihre vorherigen Worte „Ziehst du den Schwanz ein?“

Sie grinste ihn ebenfalls an und schüttelte dann den Kopf „Ich weiß es nicht. Als ich klein war habe ich ihn geliebt. Als ich größer wurde habe ich gesehen welche Konsequenzen seine Handlungen hatten und dass er feige war. Ich weiß nicht ob ich ihn jetzt noch liebe.“

Sie war ehrlich und das reichte Tamaki erst einmal

„Wer ist dein wertvollster Freund?“, fragte Eclaire

„Kyoya.“, sie zog die Augenbrauen zusammen und da er dachte sie bräuchte mehr Information fügte er an „Otori. Kyoya Otori.“

Sie sah aus dem Fenster, die Stirn noch immer in Falten gelegt.

„Kennst du Kyoya?“

Eclaire sah ihn geheimnisvoll an „Ich passe. Game over.“

 

 

„Haruhi.“, es war Casanoda und Haruhi wandte sich ihm zu „Was hast du beim Direktor gemacht?“

„Ich hatte ein Gespräch, er hat mir ein Stipendium in den USA angeboten.“

Casanodas Augen wurden ganz groß bevor er stammelnd fragt: „Aber du... du gehst... doch nicht.. nicht... weg?“

Haruhi lächelte ihn traurig an „Ich weiß es noch nicht.“

„Geh nicht.“, platzte er heraus bevor er sich aufhalten konnte, doch dann hielt er erschrocken die Luft an, Haruhi lächelte immer noch.

„Ich würde dich auch vermissen. Euch alle. Alle meine Freunde.“

Es wurde Still zwischen ihnen bevor Casanoda vorschlug zusammen ein Stück zu gehen.

„Bis wann musst du dich entscheiden?“, fragte er nach einer Weile leise, nachdem er den Satz mehrmals in seinem Kopf hin und hergewältst hatte.

„Bis zum Halbjahr muss ich die Entscheidung gefällt haben.“, flüsterte sie

Casanoda dachte über die Zeit mit Haruhi und ihre Freundschaft nach. Er wurde leicht rot, denn er war noch immer in sie verliebt. Er griff nach seinem linken Arm, wo er einst das Zeichen seines Schwurs aufgeschrieben hatte. Er würde Haruhis Geheimnis bewahren, das hatte er sich geschworen. Der Griff um seinen Arm wurde fester.

„Haruhi.“, seine Stimme war fest und er blickte ihr entschlossen in die Augen „Wir würden dich alle vermissen. Aber daran darfst du nicht denken, Haruhi. Du musst das tun was das Beste für dich ist.“, er würde ihr ein guter Freund sein, auch wenn es weh tat, er würde ihr den Rat geben der ihr das Beste versprach „Versprichst du es mir, Haruhi? Versprichst du mir, dass du das tun wirst was das Beste für dich ist?“

Haruhi sah ihm in die Augen, eine ganze Weile blieb es still zwischen ihnen bevor sie nickte „Ja, Casanova und... danke.“

 

 

Kyoya tippte aufgeregt auf der Tastatur und drückte dann Enter. Er sah wie die Zeile die er geschrieben hatte unten im Chatfenster erschien und kurz darauf eine weitere Zeile von seinem Gegenübergetippt wurde.

K.O. schrieb: „Was hast du herausfinden können?“

destinysKey schrieb: „Ich weiß nicht ob das in Ordnung ist Kyoya...“

K.O. schrieb: „Ich bitte dich, sag mir was du weißt. Es ist nur für ihr Bestes. Vertraust du mir nicht?“

Kyoya wusste genau was er sagen musste um seine Antwort zu erhalten und begann zu grinsen als er sie erhielt

destenysKey schrieb: „Raifinierter Bastard!“

Eine Weile brauchte es bis die nächste Antwort erschien

destinysKey schrieb: „Also gut. Wenn du sie erreichen willst wird ihre Mutter der beste Weg sein. Wenn du es irgendwie schaffst ihr Kontakt zu ihrer Mutter zu beschaffen... Es ist ihr wunder Punkt.“

K.O. schrieb: „Was würde ich nur ohne dich tun?“

Die nächste Antwort kam prompt und er konnte sich den trockenen Tonfall gut vorstellen

destinysKey schrieb: „Du würdest jemand anderen um den Finger wickeln.“

Er lachte auf als er das las.

K.O. schrieb: „Bei niemandem macht es soviel Spaß wie bei dir. Mein Schlüssel zum Schicksal.“

destinysKey schrieb: „Schmeicheleien stehen dir nicht zu Gesicht Otori.“

Er grinste bevor er sich verabschiedete und das Chatfenster schloss. Sein bester Informant hatte ihn einmal wieder nicht enttäuscht. Nur hörte er nicht wie dieser Informant leise seufzte und zu niemand bestimmten in den Raum hinein sprach „Ich wünschte ich wäre dein Schlüssel zum Glück...“

 

~+~

 

„Eclaire.“

„Tamaki.“

Die Begrüßung war knapp, aber zumindest Tamaki lächelte als er ihr den Mantel abnahm.

„Was war denn so wichtiges?“, fragte sie, sie war neugierig wieso er sie so plötzlich gerufen hatte obwohl sie nach ihrem letzten Treffen noch nicht einmal gesprochen hatten.

„Ich würde es bevorzugen das in meinem Zimmer zu besprechen, wenn du nichts dagegen hast.“

Eclair runzelte die Stirn, stimmte aber zu. Gemeinsam liefen sie in den zweiten Stock und er hielt ihr die Tür auf. Sie setzte sich auf seinen Stuhl und sah ihn erwartungsvoll an.

„Weißt du, ich war immer sehr traurig darüber, dass ich nicht mit meiner Mutter sprechen konnte...“

Eclaire runzelte nach dieser Aussage die Stirn, sie verstand nicht wieso er sie deshalb gerufen hatte.

„Ich dachte, ich wäre nicht der einzige der so denkt.“, er sah ihr tief in die Augen und erst nach einem Moment öffnete sie leicht die Lippen und weitete die Augen.

„Du...?“, bekam sie nur heraus und er nickte lächelnd, dann zog er einen Zettel aus seiner Tasche und hielt ihn ihr hin.

Sie griff mit zitternden Händen nach der Telefonnummer ihrer Mutter „Ich... seit einem Jahr habe ich ihre Stimme nicht gehört.“, flüsterte Eclaire und Tränen stiegen in ihre Augen.

Tamaki ging vor ihr auf die Knie und nahm ihre Hand in seine bevor er flüsterte: „Es freut mich, dass dir mein Geschenk gefallen hat.“

„Danke.“, meinte sie noch immer emotional, bevor der Zauber des Moments verging und sie misstrauisch wurde „Aber woher hast du sie?“

Tamaki blickte auf ihre Hand in seiner „Sagen wir, das ist mein Geheimnis.“

„Und wieso tust du das?“

„Na weil ich dich verstehe, weil ich mir wünschte, jemand könnte das für mich tun.“, antwortete er und fügte ehrlich hinzu „Ich will deine Freundschaft.“

Eclaire befreite ihre Hand aus seiner und stand auf, sie stellte sich unentschlossen ans Fenster und blickte hinab auf die Hunde die sein Zimmer bewachten. Ohne Zweifel konnte er Freunde gebrauchen. Und wenn sie an ihre Halbgeschwister dachte, waren die nicht weniger gefährlich als diese Hunde.

Sie blickte ihn über ihre Schulter hinweg an, er hatte sich erhob und stand unsicher neben seinem Tisch.

Tamaki überlegte wie er sie auf seine Seite schlagen könnte.

„Eclaire hör zu.“, meinte er plötzlich „Lass uns Freunde sein, Verbündete. Wir sind zusammen in dieser Situation, wir wollen beide diese Verlobung nicht. Lass uns daraus unsere Vorteile schlagen.“

Eclaires Meinung kippte, das hörte sich vorteilhaft an, doch noch immer war sie misstrauisch.

Tamaki dachte an seinen eigenen Gedanken zurück 'Man muss eine Hand reichen um eine andere zu nehmen.'

„Eclaire ich... es gibt einen Grund warum ich nicht begeistert von unserer Verlobung bin.“

Eclaire sah ihn fragend und auch ein wenig neugierig an. Tamaki nahm tief Luft.

„Ich bin in ein Mädchen aus meiner Schule verliebt.“

 

 

Haruhi musste niesen und bekam ein synchrones „Gesundheit“, von den Zwillingen zu hören.

„Danke.“, erwiderte sie

„Jemand denkt an dich.“, meinte Hikaru

„Ich weiß sogar wer!“, fügte Kaoru grinsend an

„Da wär ich mir nicht so sicher.“, meinte Haruhi und sah den beiden nicht in die Augen.

„Was meinst du?“, fragte Hikaru verwundert, wortlos reichte ihm Haruhi eine weiße Karte mit goldener Verzierung an den Rändern. Hikaruo öffnete sie und Kaoru sah ihm über die Schulter

„Seit Wochen haben wir kein Wort gewechselt.“, flüsterte Haruhi „Heute fängt er mich vor dem Unterricht ab, nur um mir das hier mit einem Lächeln in die Hand zu drücken.“

Hikaru und Kaoru sahen beide traurig von der Einladung auf, obwohl sie es wussten hatten sie Haruhi nichts von der Verlobung erzählt

„Du hast sie also erhalten.“, hörten die drei eine wohl bekannte Stimme und wandten sich einem lächelnden Kyoya zu „Ich nehme an du möchtest nicht hingehen?“

Haruhi haderte mit sich und schüttelte dann entschlossen den Kopf „Ich würde mich dort nicht wohl fühlen.“, erklärte sie und ließ offen ob es die Verlobung oder die Umgebung wäre die ihr Unwohlsein bereiten würden.

„Das verstehe ich.“, sagte Kyoya und das erste Mal sah Haruhi wirklich Verständnis in seinen Augen „Aber wenn es dir nichts ausmacht würde ich gerne mit dir etwas besprechen.“

Haruhi sah ihn überrascht an, die Zwillinge verstanden den Wink und verabschiedeten sich von den beiden.

„Ich könnte dich nach Hause fahren.“, bot Kyoya an und Haruhi stimmte zu.

Auf dem Weg erklärte Kyoya was er vor hatte.

 

 

„Habt ihr die Einladung auch erhalten?“, fragte Hikaru am Telefon und hörte Honeys piepsige Stimme:

„Oh ja, sie ist heute angekommen.“

Kaoru der neben seinem Bruder saß sprach in die Sprechmuschel des Telefons:

„Haruhi hat sie auch bekommen. Der Chef hat sie ihr persönlich übergeben. Mit einem Lächeln.“

Hikaru stellte den Lautsprecher an sodass beide Honeys antwort hören konnten, welches aus einem tiefen Seufzten bestand

„Ich muss sagen, er spielt das Spiel gut.“, flüsterte Honey letztendlich, die Zwillinge tauschten einen traurigen Blick

„Wir versuchen schon so lange mit ihm in Kontakt zu treten, aber es ist quasi unmöglich“, erzählte Hikaru enttäuscht

„Ja, ans Handy geht keiner ran, im Hauptgebäude wird einem immer nur gesagt er könne momentan keine Anrufe entgegennehmen oder sei nicht da. Einfach hingehen kann man ohne die Erlaubnis der Großmutter nicht und sie zu erreichen ist genauso schwer wie mit Tamaki selbst in Kontakt zu treten.“, ergänzte Kaoru

„Ja, Takashi und ich, wir haben es auch schon oft versucht, aber neuerdings sitzt die Sekretärin sogar beim Essen mit ihm zusammen.“, antwortete Honey „Wie geht es Haru- haru?“

„Kyoya wollte sich mit ihr unterhalten, keine Ahnung was die beiden planen.“, antwortete Kaoru

„Echt?“, kam es verwundert von Honey „Er wollte heute auch allein mit Takashi reden.“

„Mit Mori?“, kam es zeitgleich von den Zwillingen und sie sahen sich verwundert an. Was hatte das zu bedeuten?

 

 

„Hast du alle Einladungen verteilt?“, fragte der Direktor Tamaki, heute aßen sie das erste Mal gemeinsam am Tisch seit er das Hauptgebäude betreten hatte

„Ja, Vater.“, antwortete Tamaki und fragte dann „Wird Großmutter nicht mit uns essen?“

Einen Moment war es still, dann sah der Direktor Tamaki in die schönen blauen Augen und antwortete „Ich bin sehr stolz auf dich mein Sohn. Du schlägst dich wirklich tapfer und gibst dein Bestes. Dein Ansehen steigt bei deiner Großmutter stetig, ich bin mir sicher es wird nicht mehr lange dauern, da können wir alle gemeinsam essen.“

Tamaki nickte, sofort fühlte er sich traurig wenn er an seinen Kindheitstraum dachte. Einmal mit der ganzen Familie, seinen Eltern und seiner Großmutter gemeinsam zu essen. Mit ihnen gemeinsam zu leben. Doch er zeigte seine Trauer nicht.

„Interessiert es dich denn gar nicht?“, fragte der Direktor plötzlich. Verwirrt sah Tamaki auf, sprach sein Vater von seiner Mutter?

„Was meinst du?“, fragte er deshalb

„Fujioka. Interessiert es dich denn nicht wie sie sich entschieden hat?“, erklärte der Direktor und Tamaki ließ sein Besteck sinken um ihn anzusehen

„Doch.“, antwortete er knapp, er hatte in letzter Zeit viel von Kyoya gelernt. In der Welt in der er jetzt leben musste durfte er nicht zeigen was er fühlte, sonst wäre er schnell verloren. Sein Vater durfte nicht erfahren welche Gefühle er Haruhi entgegen brachte, dass es mehr als nur Freundschaft war die ihn mit ihr verband. Es schmerzte Tamaki soetwas – eigentlich schönes – vor seinem Vater geheim halten zu müssen. Er hatte eigentlich immer ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt, doch jetzt ging es um Dinge die ihm sehr am Herzen lagen und er musste alles richtig machen um zu erreichen, was er vor hatte.

„Sie hat um eine Fristverlängerung gebeten. Ein halbes Jahr will sie.“

Tamaki war überrascht aber auch erleichtert. Doch er versuchte die richtigen Gefühle vor zu spielen:

„Das ist aber eigenartig. Ich hätte gedacht sie würde die Chance sofort wahrnehmen. Besser könnte es doch gar nicht kommen.“

„Weißt du...“, begann sein Vater in lockerem Tonfall und betrachtete dabei sein Essen „Mir kommt es so vor – verbessere mich falls ich mich irre – dass etwas zwischen euch beiden gewesen ist.“

Tamaki gab sich größte Mühe sich nichts anmekren zu lassen „Ich weiß nicht wovon du sprichst.“

„Nun, zumindest scheint sie sich in dich verliebt zu haben.“

Tamakis Herz schlug so schnell und laut, dass er Angst hatte sein Vater könne es hören

„Was?“, machte er vorgetäuscht überrascht „Aber nein! Nein, ganz sicher nicht. Ich hatte schon die ganze Zeit das Gefühl sie würde sich für Hikaru, einen der Hitachin- Zwillinge interessieren.“, es schmerzte ihn das auszusprechen, doch er musste „Ich würde ihnen jedenfalls alles gute wünschen. Weißt du, sie ist die erste die sie auseinander halten kann, nicht einmal ihre Mutter kann das! Wer wäre da besser geeignet für Hikaru als Haruhi? Sie verstehen sich auch blendend und sind etwa gleich alt. Sie würden einen wnderbares Paar abgeben.“

„Ach, ist das so?“, meinte Tamakis Vater und aß dann schweigend weiter.

 

 

„Mori- senpai?“, fragte Kyoya am Telefon „Hast du dich entschieden?“

„Ja.“, antwortete er knapp „Ich stimme zu.“

„Wunderbar! Ich danke dir vielmals.“, bedankte sich Kyoya und verabschiedete sich dann, auf seinem Laptop tippte er eine Nachricht für destinysKey ein:

K.O. Schrieb: „Alles läuft absolut nach Plan“

destenysKey schrieb: „Bist du dir sicher, dass du das durchziehen willst? Es könnte gefährlich für Haruhi werden...“

K.O. Schrieb: „Sie ist alt genug um selbst zu entscheiden was gut für sie ist und sie kennt alle Konsequenzen. Aber ich habe für den Fall, dass es schief geht einen Plan B im Ärmel.“

destenysKey schrieb: „So kenne ich dich!“

Kyoya lächelte stolz und tippte dann die nächste Nachricht

K.O. Schrieb: „Wie erwartet hat Tamaki die halbe Schule eingeladen, neben allen ehemaligen Gästen des Host Club, alle aus unserer Klasse und aus Haruhis Klassenstufe. Auch Casanoda hat er nicht vergessen. Seine Familie hat natürlich sämtliche wichtigen Familien aus der high society gebeten ihnen die Ehre zu erweisen. Wenn mein Plan glatt läuft wird alles wieder gut werden.“

destenysKey schrieb: „Kyoya, ich bin so froh, dass du den Host Club und Tamaki gefunden hast. Es freut mich dich glücklich zu sehen, zu sehen dass du für etwas kämpfst, dass dir am Herzen liegt. Ich vertraue dir und ich hoffe und bete von ganzem Herzen, dass alles so kommt wie du es dir wünschst.“

Kyoya lächelte mild als er diese Nachricht las und seine einzige Antwort bestand aus folgendem Wort:

K.O. schrieb: „Danke.“

 

+~+

 

„Mitsukuni.“

„Takashi!“, grüßte Honey und warf sich Mori schwungvoll an den Hals

„Wir müssen reden.“, meinte Mori ernst

„Okay.“, Honey ließ sich nicht beirren und war so gut gelaunt wie immer

„Auf der Verlobung von Tamaki.“, Honey nickte „Ich wurde gebeten jemanden zu begleiten, wenn du nichts dagegen hast möchte ich dieser Bitte nachkommen.“

Das war eienr der längsten Sätze die Mori je gesprochen hatte. Er war kein Mann großer Worte

„Aber natürlich, ich weiß auch schon wenn ich bitten kann mich zu begleiten.“, Honey strahlte als ihm die Idee kam und er fügte hinzu: „Sie wird sich unheimlich freuen.“

Mori schien zu erraten an wen Honey dachte und ein kleines freundliches Lächeln erschien auf seinen Zügen „Ich bin mir sicher, das wird sie.“

 

 

Kyoya wurde kritisch von seiner Schwester beäugt bevor sie auf ihn zu kam und seine Kravatte, die vollkommen perfekt war, richtete. Kyoya verdrehte innerlich die Augen. Seit dem Tod ihrer Mutter hatte seine Schwester verzweifelt versucht ihrem kleinen Bruder ein Mutterersatz zu sein, doch sie blieb seine verspielte Schwester was auch immer sie tat. Auch jetzt noch. Nachdem Fuyumi den Sitz seiner Kravatte genügend ruiniert hatte, legte sie ihre Hände auf seine Schultern.

„Kyoya, versprichs du mir etwas?“, fragte sie in einem Ton der Kyoya aufhorchen ließ

„Was denn?“

„Wenn es um Liebe geht, lass dir nicht sagen was zu tun ist. Hör auf dein Herz.“, ihre Stimme war so traurig, dass Kyoya sofort alarmiert aussah

„Ist etwas mit dir Fuyumi? Behandelt dich dein Mann nicht gut?“

Fuyumi schüttelte schnell den Kopf „Er ist sehr... zuvorkommend.“, meinte sie bloß ausweichend.

Zuvorkommend war nicht unbedingt ein Wort, dass man für seinen Lebenspartner benutzte. Eher für einen Chef oder Fremden, einem Bekannten der einem eine Hand gereicht hatte, aber niemanden mit dem man eine solch intime Beziehung hatte. Kyoya zog seine Stirn sorgenvoll in Falten.

„Versprich es mir, Kyoya.“, flüsterte sie, auch sie hatte die Stirn gerunzelt

„Fuyumi.“, antwortete er leise und legte seine Hände auf ihre, die noch immer auf seinen Schultern lagen „Du kennst mich doch. Ich ziehe den größt möglichen Nutzen aus allem. Nichts kann für mich so nützlich sein, dass ich dafür mein lebenslanges Glück aufs Spiel setzte.“, sie lächelte ihn an, etwas beruhigtes lag in ihren Augen

„Heißt das du tust das nicht weil Vater es so will?“

„Sagen wir es so: ich tue es nicht nur deswegen.“, antwortete Kyoya mit seinem typischen berechnenden Lächeln und hatte bald seine Schwester in seinen Armen.

„Es freut mich das zu hören.“, Fuyumi war geübt darin Kyoya zu durchschauen und hinter seinen Worten vermutete sie stark, dass er sein Herz verloren hatte. Es stimmte sie glücklich zu wissen, dass auch er einmal dieses schöne Gefühl erfahren würde.

„Und Fuyumi.“, sein Ton wurde tadelnd „Wehe du vergreifst dich wieder an meiner Kleidung – ob in meinem Schrank oder an mir ist dabei vollkommen irrelevant.“

Fuyumi's Lachen war für viele der Angestellte zu hören, die glücklich lächelten als sie an die Tage dachten da dieses Lachen fast jeden Tag durch das Gebäude hallte.

 

 

Tamaki lief in seinem Zimmer auf und ab. Er biss sich auf die Unterlippe blieb stehen, lief dann weiter. Seine Gedanken sprangen von hier nach dort. Würde sie kommen? Wie sah er aus? Würde sie sauer auf ihn sein? Ob ihm sein Outfit stand? Würde sie mit ihm sprechen? Sollte er seine Frisur ändern? Er raufte sich die Haare und sah dann in den Spiegel nur um sie mit den Fingern gleich wieder zurecht zu zupfen. Es war früh. Viel zu früh und dennoch konnte er nicht aufhören daran zu denken. Er würde sie sehen und vielleicht mit ihr sprechen können, wiesehr sehnte er sich danach... Wiesehr verlangte er nach einem Wort, war es noch so unbeholfen direkt und verletztend. Es war egal, solange er ihre Stimme ihn adressieren hörte. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Bei dem plötzlichen Klingeln seines Telefons zuckte er überrascht zusammen. Es hatte nie geklingelt. Nie. Vorsichtig nahm er den Hörer ab und sprach fast ängstlich hinein:

„Hallo?“

„Hallo, Tamaki.“, die Stimme am anderen Ende war genauso nervös und ängstlich wie seine eigene. „Wir tun das jetzt, nicht war? Wir ziehen das wirklich durch?“

„Ja?“, seine Stimme hörte sich überhaupt nicht fest und sicher an wie er sich wünschte, sondern mehr wie eine unsichere Frage. So als würde ihn ein Lehrer etwas fragen das er nicht wusste und er würde ins Blaue raten

„Okay, ich wollte nur wissen ob du noch immer dahinter stehst.“

„Ich bin dabei.“, meinte Tamaki unsicher „Und du?“

„Solange du keinen Rückzieher machst...“

 

 

Der Direktor saß der Präsidentin gegenüber und tippte sich auf die Lippen.

„Es ist eine vorteilhafte Partie.“, erklärte sie ihrem Sohn „Ich bin zufrieden, dass er kein Theater gemacht hat. Ich hätte es erwartet. Schließlich kommt er aus Europa und sie sind so sehr in diese Liebeshochzeit verstrickt... Sie verpassen die Chancen.“

Tamakis Vater nickte nur abwesend

„Und abgesehen davon waren die Umstände seiner Geburt ja nicht wirklich... nun ja, förderlich.“

Er sah auf und flüsterte dann: „Hör auf damit.“, es war mehr ein Flehen als ein Befehl „Tamaki kann nichts dafür.“

„Richtig.“, bestätigte Tamakis Großmutter „Er nicht. Aber du.“

„Wieso lässt du ihn leiden?“

„Um dich zu bestrafen.“, antwortete sie und blickte ihn kalt an. „Du hättest wissen müssen, wie ich Ungehorsam ahnde.“

Tamakis Vater presste die Lippen zusammen bevor er sich mit dem Vorwand sich für die Feier vorbereiten zu müssen entfernte.

 

 

Die Zwillinge standen beisammen in der Halle und blickten beide gleichzeitig auf als Honey eintrat.

„Mitsukuni Haninozuka“, kündigte ihn ein Mann am Eingang laut an im nächsten Moment folgte ein weiterer Name „Reiko Kanazuki“

Ein Mädchen mit pechschwarzen langen Haaren und ebenso dunklen Augen stand neben Honey. Sie hatte ein altmodisches schwarzes Kleid an, das sehr an Gothik erinnerte, nur war es ziemlich zugeknöpft. Dennoch sehr hübsch. Es sah nur etwas eigenartig aus, wie sie, einen Kopf größer als Honey, neben ihm in seinem niedlichen weißen Anzug stand.

„Honey!“, grüßten die beiden Zwillinge den Host im Chor und Hikaru fragte sofort „Wo ist Mori?“

„Er holt seine Begleitung ab.“

Dieser Satz brachte eine unglaublich laute Stille.

„Begleitung?“, wiederholten die beiden und blickte zu Reiko „Und du bist Honeys Begleitung?“

„Ganz richtig.“, antwortete sie mit dunkler Stimme, blieb aber ansonsten still

„Ja, ich habe Reiko gebeten mich zu begleiten, da Mori mit jemand anderem kommen wollte.“, erklärte Honey verspielt, für ihn schien das alles vollkommen normal „Und sie hat netterweise zugestimmt. Sie hat auch eine Einladung bekommen, deshalb wäre sie sowieso gekommen. Normalerweise wollte sie Nekozawa begleiten...“

Kaoru erinnerte sich woher er das Mädchen kannte „Achso, du bist doch Mitglied im „Black Magic Club“ von Nekozawa!“

„Ja, du bist doch in Honey verschossen...“

Bevor Reiko richtig stellen konnte wie sie die Dinge sah schweiften die Blicke der Zwillinge zur Tür und ihre Münder fielen synchron.

„Kyoya.“, kommentierte Honey „Wer ist denn das hübsche Mädchen bei ihm?“

„Das ist Kotoko.“, hörten sie eine erstaunte Stimme hinter sich und erkannten Tamaki, der sich jetzt an seine Verlobte wandte „Ist das nicht deine Cousine Eclaire?“

Eclaire nickte

„Kyoya Otori und Kotoko Ayanami“, stellte der Rufer die beiden vor bevor sie zu ihren Freunden liefen

„Kyoya... ich wusste nicht, dass ihr euch kennt.“, Tamaki war der erste der stille der ehemaligen Hosts brach

„Kennen...“, wog Kyoya das Wort ab „Ich würde sagen, dass ist untertrieben.“

Bevor irgendein anderer antworten konnte brachte es Eclaire auf den Punkt:

„Sie sind verlobt.“

Nicht nur die Zwillinge, auch Honey und Tamaki blickte schockiert zu Kyoya der von di

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eser Feststellung genauso unberührt schien wie seine Begleitung. Bevor sie irgendetwas sagen konnten ertönte wieder die Stimme des Ausrufers:

„Takashi Morinozuka und...“, er pausierte und beugte sich zu dem schwarzhaarigen Mädchen herab, das an Moris Seite stand um sie leise zu fragen: „...entschuldigen Sie bitte, wie ist ihr Name?“

 

Kyoya lächelte zufrieden als nicht nur alle Hosts sondern auch alle anderen Schüler der Ouran teils verwirrt und teils ahnungslos auf das ungewöhnliche Pärchen blickten. Das war erst der Anfang der Show...

 

+~+

 

Der Ausrufer stellte sich wieder aufrecht hin und wiederholte:

„Takashi Morinozuka und Haruhi Fujioka.“

Es wurde mucksmäuschen still in der Halle und alles starrte gebannt auf Moris Begleitung. Haruhi sah sich unsicher um, unter der Perücke wurde es heiß. Es konnte auch daran liegen, dass alle sie ansahen als wäre sie vom Mars. Mori hielt ihr seinen Arm hin und dankbar hakte sie sich bei ihm unter. Von allen Augen verfolgt liefen sie zu der Gruppe Hosts die begierig auf ihre Ankunft warteten.

„Haruhi!“, platzte Tamaki „Wie kannst du nur...? Wieso? Ich...“

Er brachte keinen geraden Satz zustande, denn ihm wurde klar, dass all seine Bemühungen gerade in den Sand gesetzt wurden. Um Haruhi vor einem Rausflug von der Ouran zu beschützen hatte er das alles veranstaltet und jetzt hatte sie sich erfolgreich selbst in diese Situation gebracht. Er wusste nicht was er tun oder sagen soll, er gaffte sie nur an wie ein Fisch auf dem Trockenen.

„Ist also das wahre Gesicht unseres Stipendiaten... entschuldigung, ich meinte natürlich unserer Stipendiatin, ans Licht gekommen?“, es war Tamakis Großmutter die sich auf das Grüppchen zubewegte. Haruhi sah sie einfach stumm an „Ich erwarte, dass dieses Mädchen für diese Täuschung von der Schule verwiesen wird.“

Tamakis Großmutter blickte zu seinem Vater der teilnahmslos auf die Szene vor sich blickte. Es war klar, dass er nun in großen Schwierigkeiten steckte.

„Ich denke nicht, dass er das tun wird.“, mischte sich Kyoya nach einem gespannten Moment ein „Schließlich wusste er nicht nur, dass Haruhi eine Schülerin war sondern genauso, dass sie im Host Club als Junge arbeitete.“

Kyoya blickte zu Haruhi, die die Aufforderung zu Sprechen verstand.

„Es war so, ich habe mir Schulden beim Host Club gemacht und musste sie irgendwie zurückzahlen. Zuerst habe ich als Laufbursche gearbeitet, denn die Jungs wussten nicht, dass ich ein Mädchen war. Doch als ihnen bewusst wurde, dass ich als Host geeignet wäre haben sie mir, noch immer unwissend über mein Geschlecht, eine Jungenuniform gegeben. Ab da habe ich begonnen als Host zu arbeiten, denn somit konnte ich meine Schulden viel besser und schneller begleichen. Als ich jedoch durch einen Zwischenfall nass wurde musste ich mich umziehen und als ich die Mädchenuniform trug war es für alle Hosts erkennbar, dass ich kein Junge war. Ab da wussten es die Mitglieder des Clubs, doch damit ich meine Schulden weiter begleichen konnte haben wir die Farce aufrecht erhalten.“

„Die einzige Kondition des Clubs“, fuhr Kyoya fort „ist Mädchen glücklich zu machen und ich denke das hat Haruhi sehr gut erfüllt. Die anderen Mädchen mochten sie gerade weil sie so weiblich war. Weil sie den Haushalt machte und sich um den Schrein ihrer Mutter kümmerte... Es waren immer weibliche Attribute die Haruhi in den Augen der Mädchen als wertvoll und liebenswert erscheinen ließen. Ich glaube, dass ich ebenfalls sagen kann, das wir auch die Kondition des Clubs an Haruhi erfüllt haben. Du warst doch glücklich oder?“

Haruhi lächelte Kyoya an „Ja, das ist wahr. Durch den Host Club habe ich Freunde gefunden und viel gelernt. Über mich und über die Gesellschaft von der ich teil werden möchte. Vor allen Dingen aber habe ich gelernt, dass wir alle Masken tragen. Wir alle verstellen uns um zu bekommen was wir begehren. Das ist es was ich von der Gesellschaft der Reichen gelernt habe. Wollt ihr mich dafür bestrafen?“

Alle hatten den Worten Haruhis und Kyoyas zugehört. Kotoko griff nach Kyoyas Hand und drückte sie. Vor den Augen der ganzen Ouran High würde nun Haruhis Schicksal entschieden.

„Wenn man die Regeln der Schule betrachtet ist nirgends vermerkt, dass man sich seinem biologischen Geschlecht gemäß Kleiden und es den anderen auf diese Weise präsentieren muss. Es ist die Entscheidung jedes einzelnen wie er sich gibt und die einzige Person die einen möglichen Nachteil daraus ziehen könnte wäre Haruhi selbst gewesen. Ich denke nicht, dass es in meiner Macht steht eine Entscheidung zu fällen.“, erklärte der Direktor und blickte sich dann unter seinen Schülern um „Es sind die Betrogenen die entscheiden müssen.“

Alle Mädchen und auch die Jungen blickten zu Haruhi und den restlichen Host Club. Es war Renge die zuerst sprach:

„Haruhi hat mir viel Gutes getan und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Es ist mir egal ob sie ein Mädchen oder ein Junge ist. Sie ist meine Freundin.“

Renge blickte sich unter den anderen Schülerinnen um und erntete bald von allen Zustimmung. Es interessierte nicht ob Haruhi weiblich oder männlich war. Sie war ein guter Mensch, das war alles das zählte.

Tamakis Großmutter hielt ihre Fassade und blickte emotionslos zu ihrem Sohn und dann zu ihrem Enkel. Sie hatte die Schlacht verloren, doch den Krieg würde sie nicht verlieren.

Haruhi lächelte Tamaki an, sagte jedoch nichts zu ihm, denn sie hatte ja versprochen sich nicht in Tamakis Angelegenheiten einzumischen. Kyoya drückte Kotokos Hand und ließ sie dann los um sich an Tamaki zu wenden

„Wir haben dir die Show gestohlen, eigentlich bist du doch die Hauptattraktion hier.“, meinte er mit seinem typischen berechnenden Lächeln

Tamaki blickte von Haruhi zu Kyoya und er wusste einfach nicht was er tun oder sagen sollte. Er schluckte und wandte sich dann mit einem „Würdet ihr mich entschuldigen?“ ab. Schnellen Schrittes verließ er die verwunderten Hosts und die Halle. Eclaire stand unentschlossen am Fleck als sie eine Hand am Rücken spürte. Kotoko flüsterte ihr ins Ohr

„Ihr seid doch Freunde oder?“

Eclaire nickte und lief ihm dann hinterher.

 

„Tamaki“, Eclaire legte Tamaki eine Hand auf die Schulter. Er stand draußen auf der Veranda und ließ den Kopf hängen. Er antwortete ihr nicht.

„Es ist doch alles gut gegangen oder nicht?“, flüsterte sie, doch Tamaki schüttelte den Kopf

„Nein.“, flüsterte er zurück „Du kennst sie doch, meine Großmutter. Sie wird nicht eher aufgeben bis sie Haruhi aus meinen Augen verbannt hat. Sie wird für diese Demütigung Rache an ihr üben.“

Tamaki schauderte bei dem Gedanken daran was seine Großmutter Haruhi antun könnte. Eclaire legte von hinten ihre Arme um seine Taille und stützte ihren Kopf auf seiner Schulter ab. Da er sich ans Geländer lehnte und Eclaire recht lange Beine hatte, war sie groß genug um das zu tun.

„Es wird alles gut Tamaki. Wir tun was sie von uns verlangen, noch steht Haruhi deiner Großmutter nicht im Weg. Solange wir diese Farce aufrecht erhalten gibt es keinen Grund, dass Haruhi einen Nachteil hat.“

Tamaki war nicht überzeugt „Sie wird das nicht auf sich sitzen lassen, Eclaire!“

Eclaire blieb einen Moment stumm, dann antwortete sie „Ich denke sie hat Recht.“

Tamaki blickte auf und über seine Schulter. Die Gesichter der beiden waren sich sehr nah.

„Haruhi. Sie hat Recht. Wir alle tragen unsere Masken. Solange wir alle deiner Großmutter und meiner Stiefmutter die richtige Maske zeigen, können wir dahinter den Weg zu unseren Wünschen ebnen.“

Eclaires Blick war ernst und nach ihren Worten öffnete Tamaki den Mund leicht in Verwunderung

„Du willst sie hintergehen?“

„Wir spielen nur mit ihren Karten!“, erklärte sie „Sie benutzten uns, warum sollen wir nicht das gleiche tun? Wir spielen nur nach den Regeln die sie aufgestellt haben oder?“

Tamaki blickte unsicher in den Sternen behangenen Himmel.

„Ich weiß nicht, Eclaire...“

„Schau dir Kyoya an!“, versuchte sie es wieder „Er hat das alles organisiert um uns zu helfen, er hat sie alle umgangen. Er hat deiner Großmutter die Drohung dir gegenüber einfach entzogen. Wir können das auch!“

Tamaki runzelte die Stirn. Aber so war er nicht. Er war ehrlich und offen und freundlich. Und er wollte seine Großmutter dadurch überzeugen, sie nicht hintergehen. Würde er ihr dadurch nicht zeigen, dass ihre Mittel richtig waren? Er schüttelte den Kopf. Eclaire dachte verzweifelt darüber nach wie sie ihn überzeugen konnte.

„Tamaki.“, sie ließ ihn los und ging einen Schritt zurück, er wandte sich um und richtete sich auf „Du hast mir soviel über dich erzählt, deine Geheimnisse, deine Vergangenheit. Du hast mir vertraut. Es ist Zeit dir etwas zurückzugeben.“

Er hatte ihr nicht nur vertraut, er war so geduldig mit ihr gewesen. So freundlich und herzensgut. Manchmal eine kleine Ulknudel, aber meistens einfach nur liebenswert...

Tamaki machte große Augen als Eclaire ihm beichtete: „Ich bin auch verliebt.“

 

 

Die Hosts blickten gemeinsam zu den beiden auf der Veranda. Mit einem eifersüchtigen Stich in der Brust bemerkte Haruhi wie nah die beiden bei einander standen, wie vertraut sie miteinader waren. Aber vor allen Dingen, dass Eclaire das alles durfte, sie durfte für ihn da sein, sie durfte bei ihm sein, mit ihm reden, ihn umarmen, ihm Trost spenden... ihm nahe kommen.

„Alles okay?“, es war Kotoko die ihr eine Hand auf die Schulter legte und sie anlächelte.

„Ja, danke.“, flüsterte Haruhi und lächelte auch

„Das habt ihr beiden also besprochen.“, meinte gerade Honey zu Mori, der wie immer wortkarg nickte.

„Stimmt!“, rief Kaoru aus und sah zu Kyoya „Deshalb wolltest du mit Haruhi allein sprechen.“

Der lächelte wie immer und rückte seine Brille zurecht „Genau.“

„Du bist gruselig, Kyoya“, meinte Hikaru erschaudernd.

„Ich hoffe die beiden kommen ab jetzt alleine klar.“, kommentierte er mit einem Blick zu den beiden draußen und runzelte die Stirn.

„Sie sind Freunde geworden. Schließlich sind sie sich so ähnlich.“, erklärte Kotoko als alle Hosts über die Vertrautheit der beiden Verlobten auf der Veranda staunten.

„Kyo- Kyo“, fragte Honey „Seit wann bist du mit Kotoko- kun verlobt?“

Wieder rückte Kyoya seine Brille, dieses Mal flog sein Blick zu seiner Schwester „Wir sind inoffiziell verlobt. Die Feier wird noch folgen. Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit, es war irgendwie schon immer klar, dass wir zusammen sein werden. Aber offiziell wurde es erst vor kurzem entschieden.“

„Wieso hast du uns nichts gesagt?“, fragte Hikaru schmollend

„Wir hatten anderes im Kopf.“, erinnerte Kyoya „Tamakis Isolation, die Schließung des Clubs... Ich dachte nicht es wäre für euch wichtig das zu wissen.“

„Du wirst verlobt und denkst das ist nicht wichtig?“, fragte Kaoru mit großen Augen und blickte dann zu Kotoko, die lächelte

„Ich kenne ihn zu gut um ihm das übel zu nehmen.“, meinte sie Schulter zuckend „Außerdem ist unsere Verlobung viel zu vorteilhaft für unsere Familien als das ich sie durch so eine Kleinigkeit in Gefahr bringen würde.“

'Kyoya färbt ab', dachten alle Hosts gleichzeitig als sie das hörten und Kyoya grinste halbseitig, da er genau wusste was sie dachten. Er ging jedoch nicht darauf ein:

„Was machen wir jetzt mit dem Host Club?“

„So wie ich dich kenne, hast du schon einen Plan.“, meinte Honey breit lächelnd und Kyoya nickte zustimmend

„Allerdings.“, antwortete er nur und blickte geheimnisvoll zu Kotoko

 

~+~

 

„Ver- verliebt?“, keuchte Tamaki und riss die Augen auf. Seine erste Vermutung war, sie habe sich in ihn verliebt. Doch sie zog nur die Augenbraue hoch und meinte geringschätzig:

„Ist es so abwegig, dass ich mich verliebe?“, einen Moment war es still, dann fiel der Groschen bei ihr „Oh!“, machte sie verstehend „Du dachtest ich wäre... in dich? Oh, nein!“

Tamaki seufzte erleichtert auf und dann trat sein typisches Lächeln auf seine Züge „Wer...?“

Eclaire lächelte als sie begann ihm ihre Geschichte zu erzählen.

 

 

„Sie kommen.“, es war Kotoko die ihren wachen Blick auf die beiden draußen im Balkon gerichtet hatte. Tatsächlich hielt Tamaki ihr die Tür mit einem Lächeln auf.

„Die waren aber lang weg.“, kommentierte Kaoru

Doch bevor irgendwer auf diesen Kommentar eingehen konnte hörte man ein lautes Klirren.

„Oh, es tut mir so schrecklich leid.“, einer der Servicekräfte verbeugte sich tief vor Tamakis Großmutter und zitterte wie Espenlaub. Mrs. Suohs Kimono war vorne voller Tee befleckt. Sofort eilte Eclaires Stiefmutter herbei.

„Ich weiß gar nicht wie ich mich entschuldigen soll.“, meinte sie schockiert „Dieser nutzlose Kerl wird natürlich sofort gefeuert!“

Der junge Mann blickte erschrocken auf, in seinen Augen lagen Tränen „Bitte, bitte nicht!“

Eclaire rannte zu ihnen „Jedermacht einmal einen Fehler. Ich entschuldige mich ebenfalls in seinem Namen. Bitte feuere ihn nicht!“

„Ja, das kann doch jedem einmal passieren.“, unterstützte Tamaki

„Er ist hier um zu servieren und er hat seinen Job nicht richtig gemacht.“, erklärte Eclaires Stiefmutter streng „Die Strafe dafür ist, dass er ihn hier nie wieder verrichten wird. Geh mir aus den Augen!“

Der junge Mann zuckte unter den Worten zusammen. Sein Blick flog von Eclaire zu Tamaki bevor er schmerzlich das Gesicht verzog und schnell den Raum verließ. Tamaki blickte zu Eclaire deren Hand kurz in seine Richtung gezuckt war. Ein Runzeln lag auf ihrer Stirn. Den Rest der Feier blieb Eclaire genauso still wie Tamaki.

 

 

„Haruhi, Haruhi!“, schrieen die Zwillinge und zogen die Mitschülerin an beiden Händen ins Schulgebäude. Haruhi war in der gelben Mädchenuniform gekleidet und fühlte sich sowieso unwohl, da sie alle Schüler so eigenartig anstarrten. Dadurch, dass sie jetzt auch durch die halbe Schule gezerrt wurde, wurde es nicht unbedingt besser.

„Das musst du sehen!“, meinte Hikaru aufgeregt

„Es wird dich von den Socken reißen!“, fügte Kaoru mit einem breiten Grinsen an.

Sie waren jetzt endlich vor dem schwarzen Brett der Schule angekommen, um das sich eine Traube von Schüler angesammelt hatte.

„Haruhi!“, hörte Haruhi wieder ihren Namen rufen und erkannte bald nicht nur die Stimme sondern auch die Besitzerin. Kotoko lief ihr in der gleichen gelben Uniform entgegen die sie auch trug.

Mit einem breiten Lächeln begrüßte sie Haruhi „Hallo, schön, dass du endlich da bist. Ich wollte dich bitten die Präsidentin zu werden, schließlich bist du diejenige, die am meisten Erfahrung mit dem Job hat...“

„Wovon redest du?“, fragte Haruhi verwirrt und Kotoko sah sie mit großen Augen an

„Du hast davon noch nicht gehört? Was haben dir die Zwillinge denn erzählt wieso sie dich durch die Schule ziehen?“

„Nichts...“, antwortete Haruhi und wurde gleich darauf von Kotoko ans schwarze Brett gezogen

„Meine erste Tat als neue Schülerin der Schule war das hier.“, stolz zeigte sie auf einen schwarzen glänzenden Flyer, auf dem die weiße Sihuette einer Frau mit breitem Strohhut abgebildet war. Daneben stand in großen Lettern „Ladys Club“, darunter las Haruhi folgendes:

„Die Bewerbungen für die Mitglieder werden ab morgen bei den Schülersprechern angenommen. Die Anzahl ist auf fünf beschränkt. Im Ladys Club werden zukünftig Kostümpartys veranstaltet und Teezeremonien abgehalten. Dieser Kulturclub wird hauptsächlich, vorrangig und vorerst von Mädchen geführt, die Kunden können beiderlei Geschlechts sein. Wir freuen uns auf eure rege Teilnahme!“

Haruhi blickte mit großen Augen auf den Flyer und dann zur lächelnden Kotoko

„Na? Was denkst du?“, fragte sie aufgeregt

„Das... das... ich... ich soll die Präsidentin sein?“

„Ja!“, rief Kotoko und nahm Haruhis Hände in ihre „Und ich würde als Vize- Präsidentin fungieren. Ich habe mich von Kyoya bereits in die Buchführung einführen lassen. Er wird mir gerne helfen und die Zwillinge werden dir sicher als Ideengeber und Kostümfabrikanten zur Seite stehen.“

Synchron nickten die Zwillinge und meinten im Chro: „Sag doch ja!“

Unsicher blickte Haruhi von dem synchronen Lächeln der Zwillinge zu Kotokos heftigem Nicken. Ihr Blick blieb jedoch an ihren beiden ineinader verschränkten Händen hängen. 'Ein neuer Host Club', dachte sie.

 

 

Tamaki lief wie ein unruhiger Tiger in seinem Zimmer auf und ab.

„Beruhige dich endlich.“, meinte Eclaire, sie saß rückwärts auf seinem Schreibtischstuhl und hatte die Arme um die Lehne gewickelt, ihr Kopf lag darauf.

„Ich kann nicht! Wie können sie nur? Es wird nur wieder von vorn beginnen!“, rief Tamaki verweifelt aus „Ich verstehe nicht wie mein Vater dem zustimmen konnte.“

„Er hatte keinen Grund abzusagen. Er hat die Aktivitäten des Host Club verhindert. Doch der neue Club wurde von keinem der alten Mitglieder gegründet sondern von einer neuen Schülerin. Da Kyoya und Kotoko noch nicht verlobt sind, kann er auch nicht nachweisen, dass er ihr den Floh ins Ohr gesetzt hat. Er hat keine gültige Grundlage den neuen Club zu verbieten. Jedenfalls noch nicht...“

Tamaki raufte sich die Haare „Sie bieten Großmutter einen Angriffspunkt!“

„Tamaki.“, sagte Eclaire beruhigend „Vertrau deinen Freunden. Wir müssen uns überlegen wie wir an unsere Ziele kommen.“

„Ich werde den Club nicht besuchen können.“, flüsterte Tamaki, er stand am Fenster und blickte auf die Wiese mit den Wachhunden herab.

„Dann versuch den Teil deines Planes zu erfüllen, auf den du hinarbeiten kannst.“, schlug seine Verlobte vor, er nickte

„Was ist mit dir?“, fragte er und drehte sich zu ihr. Er lehnte sich mit dem Rücken gegen das Glas

„Na ja. Ich werde mich um die Sache mit meiner Mutter kümmern.“, ihr Ausdruck war ernst „Mein Vater wird mir nicht glauben. Ich brauche Beweise. Dann werde ich mich ordentlich darum kümmern.“

Tamaki nickte und bat „Sei vorsichtig, Eclaire.“

Sie lächelte „Immer doch.“

 

 

Kyoya tippte eine Nachricht in seinen Laptop

„Alles läuft nach Plan“

„Ja. Ich hoffe es geht gut. Der Direktor dreht wahrscheinlich gerade am Rad.“

„Nein. Ich denke, wenn er nicht wollte, hätte er einen Weg gefunden es zu verhindern“

„Was glaubst du warum er es zulässt?“

„Tamaki wird wegen seiner Großmutter nicht teilnehmen und das ist die Hauptsache. Solange Tamaki den Club nicht besucht ist er für den Direktor nicht gefährlich. Außerdem werden die Aktivitäten uns von Dummheiten abhalten – das denkt er jedenfalls.“

„Was hast du vor?“

Kyoya lächelte, destenysKey kannte ihn zu gut.

„Wir nutzen den Club als Tarnung. Solange wir den Mädchen angeblich bei den Vorbereitungen helfen, werden wir in Wahrheit Informationen sammeln und uns darauf vorbereiten mehr über Tamakis Familie und die Hintergründe herauszufinden. Wenn das geklärt ist können wir uns darum kümmern Tamakis Wunsch zu erfüllen.“

 

 

„So, hier sind die Bewerbungen.“, die Schulsprecherin legte einen Stapel Papier vor Kotoko ab „Viel Spaß!“

„Danke.“, lächelte Kotoko „Schau her, Haruhi. Hier gibt es sogar ein Zwillingspaar.“

„Wir sollten es vielleicht nicht so offensichtlich machen, dass der Ladys Club eine Nachahmung des Host Clubs ist.“, gab Haruhi zu bedenken „Wir sollten sie nach Charaktereigenschaften auswählen. Sie sollten irgendwie...“

„lustig sein?“, warf Hikaru ein

„verrückt?“, half Kaoru nach

„jemand ernstes wäre sicher auch gut.“, meinte sie vorsichtig und Kotoko stimmte zu

„Du hast recht, aber ich denke du reichst als ernste Person.“, Kyoyas Verlobte lächelte wieder, wie so oft „Und ich gehöre auch nicht unbedingt zu den verrückten Genossen. Wir könnten ein paar durchgedrehte Köpfe gut gebrauchen.“

„Renge.“, echoten die Zwillinge synchron und zogen die Bewerbungsmappe von Renge heraus.

Hikaru öffnete den rosanen Ordner und fragte gleich

„Wer hat gesagt, dass bei der Bewerbung ein Lebenslauf dabei sein soll?“

„Oder eine Auflistung aller Shojo- Mangas die man gelesen hat.“, fügte Kaoru hinzu, Kotoko sah ihnen über die Schulter, dabei fielen ihre schwarzen Haare nach vorn über ihre Schulter „Ich wollte bloß ein Bewerbungsbild, die Klasse, das Alter und ein kurzes Schreiben wieso sie gern mitmachen wollen.“

„Kotoko, Haruhi, Hikaru, Kaoru.“, Kyoya betrat mit dem Laptop unter dem Arm den Raum „Habt ihr schon das Neueste gelesen?“

Alle horchten auf und Kyoya setzte sich neben die Zwillinge, auf dem Tisch platzierte er seinen Laptop und flippte ihn auf. Einige Klicks und getippte Wörter später öffnete sich eine Nachrichtenseite mit einer großen Meldung:

„Die Anneau- Stiftung bringt ein bahnbrechendes Medikament zur Heilung von Slez heraus!“

„Ja und?“, wieder war es der Chor der Zwillinge der die Sache auf den Punkt brachte. Kyoya begann zu lesen:

„Die Sprecherin der Anneau- Stiftung Charlotte Grantainne gab folgendes Statement: 'Durch lange erfolgreiche Forschungsarbeiten konnten wir endlich ein Heilmittel für die langwierige, schmerzhafte und nicht selten mit dem Tod endende Krankheit Slez finden.'

Weiterhin wurde bekannt, dass sich die Stiftung nun durch den Gewinn von ihren Stiftern freikauft und selbständig machen wird. Das wird ein herber Verlust für die Souh Gesellschaften darstellen.“

Ein Staunen ging durch die Gruppe

„Suoh?“, keuchten die Zwillinge

„Ist Grantainne nicht der Name von Tamakis Mutter?“, fragte Haruhi und Kyoya nickte nur während er bereits dabei war die nächste Suche für eine Meldung einzutippen. Dieses Mal las Kotoko über Kyoyas Schulter hinweg:

„Eine Notfallsitzung des Aufsichtsrates der Suoh- Corporation hat den Fall der Präsidentin gefordert!“, Kotokos Stimme wurde von Wort zu Wort überraschter „Die Präsidentin Mrs. Shizue Suoh wird für die kommenden Millionenschweren Verluste durch die Abkoppelung ihrer Stiftung Anneau verantwortlich gemacht. Experten gehen davon aus, dass sie sich bald in Rente begeben wird um der Schande eines Rausfluges zu entgehen. Wir warten gespannt auf die nächsten Handlungen der Präsidentin. Sollte sie sich tatsächlich für einen Rückzug entscheiden wäre damit ihr Sohn Yuzuru Suoh der alleinige Besitzer des Imperiums.“

Kotokos Stimme wurde zum Ende hin immer leiser bevor sie ihren Blick abwandte und zu Haruhi sah.

„Aber das bedeutet... Tamakis Traum...“, stotterte Haruhi und blickte Kyoya an, sein Ausdruck war bitter, auch ihm schien nichts einzufallen. Durch die neuen Vorfälle schien Tamakis Traum seine Familie einmal friedlich an einem Tisch sitzen zu sehen unmöglich.

„Das hat Tamakis Vater zu verschulden.“, meinte Kyoya leise und alle sahen ihn gespannt an „Er hat hinter dem Rücken der Präsidentin die Stiftung unterstützt und sehr wahrscheinlich die Versuche an Tamakis Mutter ausgeführt.“

„Was?“, unterbrach Kotoko schockiert „Er hat sie als Versuchskaninchen benutzt?“

Kyoya schüttelte ungeduldig die Hand „In der zweiten Phase einer klinischen Studie werden zuvor an Tieren und gesunden Menschen erprobte Medikamente, an Patienten erforscht. Um die ganze Sache vor der Präsidentin geheim zu halten, musste er eine Versuchsperson nehmen die sicherlich nichts ausplaudern würde. Tamakis Mutter war perfekt für diese Aufgabe. Als ich sie bei unserem letzten Schulausflug nach Frankreich, bei dem es Tamaki verboten war mitzugehen, auf sie traf war sie vollkommen gesund. Sie wirkte jedenfalls nicht so als würde es ihr besonders schelcht gehen. Das hat mich stutzig gemacht. Nach meinen Nachforschungen bin ich mir sicher, dass Tamakis Vater eine Möglichkeit gesucht hat um nicht nur seiner Frau und seinem Sohn Freiheit zu verschaffen, sondern auch seine eigenen Mutter von ihrem Kontrollposten zu stürzen.“

„Und sie weiß, dass er es war.“, flüsterte Kotoko „Das wird sie ihm nie verzeihen.“

 

 

„Tamaki?“

„Ja?“

„Hast du die Nachrichten gelesen?“

„Ja.“

Stille

„Soll ich zu dir kommen?“, Eclaires Stimme war verständnisvoll und sanft, die Antwort brauchte einen Moment

„Ja, bitte.“

„Dann öffne die Tür.“

Tamaki nahm das Telefon vom Ohr und ging zu seiner Tür. Er öffnete sie und davor stand Eclaire mit dem Handy in der Hand. Einen langen Moment lang standen sie sich einfach nur gegenüber, dann legte Eclaire ihre Arme tröstend um seine Schultern.

„Alles wird gut.“

„Ja.“, das war das einzige Mal, dass sie ihm heute nicht glaubte.

 

+*+

 

„Tamaki“, rief Tamakis Vater und der Junge blieb mitten im Schritt auf der Treppe wie eingefroren stehen „Du hast dir doch so sehr gewünscht, dass wir zusammen essen und jetzt habe ich dich kein einziges Mal beim Essen gesehen.“

Die Stimme des Mannes war traurig, doch Tamaki entgegnete neutral:

„Solange Großmutter nicht am Essen teilnimmt werde ich auch nicht kommen.“

„Aber Tamaki...“, begann der neue Besitzer des Suoh Imperiums, besann sich dann aber und klärte Tamaki vorsichtig auf: „Deine Großmutter wird ins Nebengebäude ziehen.“

Tamaki drehte sich blitzschnell zu seinem Vater um und weitete die Augen

„Was?“, bevor er noch mehr sagen konnte erklärte sein Vater schnell:

„Es war ihr Wunsch, sie möchte allein sein.“

Tamaki senkte den Blick, die letzten Tage hatte er vor ihrem Zimmer verbracht und versucht auf sie einzureden, ihr klar zu machen das alles gut gehen würde. Doch es hatte nichts gebracht, sie hatte ihn ignoriert. Er wandte sich wieder von seinem Vater ab und lief die Treppen hinunter.

„Tamaki, wie lange willst du mir noch aus dem Weg gehen?“, fragte sein Vater verletzt, Tamaki antwortete nicht „Ich möchte, dass du heute nach der Schule direkt nach Hause kommst, ich habe eine Überraschung für dich.“

Tamaki nickte und verließ dann das Haus in Richtung Schule

 

 

Eclaire hatte ihre Brille auf der Nase und tippte vor ihrem Laptop in einer unglaublich schnellen Geschwindigkeit. Es klopfte an der Tür und sie bat herein.

„Hally Eclaire.“, grüßte ihre Cousine

„Hi Kotoko.“, grüßte Eclaire zurück, sah sie jedoch nicht an

„Was machst du da?“

„Ich versuche das Programm zu knacken.“

„Schon wieder?“

Seit Wochen versuchte Eclaire das Programm zu knacken welches ihr den Zugang zu geheimen Informationen ihrer Familie verweigerte. Es waren beispielsweise die Ein- und Ausgaben des Geschäfts ihres Vaters darin eingetragen und auch eine Gesamtliste der Mitarbeiter dürfte darin zu finden sein. Frustriert, das sie schon wieder am letzten Passwort scheiterte raufte sie sich die Haare. Sie drehte ihren Drehstuhl zu Kotoko die sie schräg anlächelte.

„Bist du aus einem bestimmten Grund hier?“, fragte Eclair

„Hm.“, meinte ihre Cousine zustimmend und hielt eine Einladung hoch. Sie hörte einen hohen piepsigen Schrei den Eclaire ausstieß.

„Die Einladung zur Verlobung!“, erkannte sie richtig und schnappte sie aus der Hand der lachenden Kotoko. Sie öffnete und überflog die wenigen Zeile und zog dann ihre Brille ab.

„Oh ich freue mich so für dich Kotoko!“, sagte sie glücklich als sie endlich aufsah

„Na ja“, druckste ihre Cousine herum „Ich weiß nicht ob ich mich freuen darf.“

„Wieso denn?“, Eclaire zog einen niedlichen Schmollmund „Du darfst offiziell und ohne Probleme deinen Schwarm heiraten!“

Kotoko lief bei dem Wort „Schwarm“ rot an „Nun, ich bin mir nicht so sicher, dass er darübr so begeistert ist.“

„Ist er überhaupt über irgendetwas jemals begeistert?“, neckte Eclaire und Kotoko pieckste sie

„Natürlich!“, rief sie eingeschnappt und scherzte dann „Es kriegt nur nie jemand mit!“

Beide Mädchen lachten und scherzten eine Weile bevor sie sich wieder ernsteren Themen widmeten

„Hat deine Mutter erzählt wo sie sich aufhält?“, fragte Kotoko und Eclaire schüttelte den Kopf

„Sie meint es wäre zu gefährlich und sie wolle nicht, dass ich mich weiter damit befasse. Doch ich will das alles endlich aufklären!“

Kotoko nickte nachdenklich „Sie hat recht, es ist gefährlich. Soll ich Kyoya einmal fragen ob er dir nicht vielleicht helfen kann?“

„Nein.“, entgegnete Eclair „Er hat schon genug getan, ohne ihn hätte ich niemals die Telefonnummer meiner Mutter oder?“

Kotoko wiegte den Kopf „Schon möglich“, meinte sie dann lächelnd und Eclair schüttelte ebenfalls lächelnd den Kopf.

 

 

„Uff.“, machte Haruhi geschafft, sie hatte endlich alle Unterlagen durchgesehen und eine Gruppe von Mädchen herausgesucht die in den Ladys Club als Gastgeberinnen auftreten durften. Renge war dabei, zwei Freundinnen die mit ihrem frechen Foto und ihrem Schreiben beeindruckt hatten. Beide streckten die Zungen heraus und zwinkerten frech und das Schreiben war durchweg ironisch. Mit Kotoko und sich selbst waren sie nun zu fünft und auch die Zwillinge hatten dieser Auswahl ihren Segen gegeben. Haruhi suchte also nun die beiden Mädchen in ihrem Klassenzimmer auf.

„Um, seid ihr Yuki und Sakura?“, fragte sie die beiden und sie wandten sich ihr zu

„Ja, die sind wir.“, meinte das Mädchen mit den hellbraunen Haaren

„Wieso?“, fragte die andere, deren Haare dunkelrot waren

„Ihr habt euch für den Ladys Club angemeldet und wir haben uns für euch entschieden.“

Mit einem Mal machten beide riesige Augen, was bei der braunhaarigen beeindruckender wirkte, denn sie hatte dunkelblaue Augen. Ihre Freundin hatte braune Augen zu ihren roten Haaren.

„Echt?“, fragte sie synchron, Haruhi nickte bestätigend

„Also ich bin Haruhi Fujioka.“, stellte sie sich vor und die beiden antworteten nacheinander

„Sakura Yamada.“, sagte die mit den roten Haaren und ihre Freundin mit den braunen ergänzte:

„Und ich bin Yuki Tsukuda.“

„Kommt doch bitte nach der Schule in den dritten Musikraum, wir werden unser erstes Gruppentreffen dort veranstalten und planen was wir die Woche über machen wollen.“

„Wir fangen gleich an?“, fragte Sakura aufgeregt

„Ja.“, antwortete Haruhi schlicht.

„Cool!“, meinte Yuki und grinste zu ihrer Freundin. Das würde ein Spaß werden!

 

 

Die Jungen saßen mit Kotoko, Renge und Haruhi am Tisch und warteten nur noch auf die beiden neuesten Mitglieder. Yuki und Sakura kamen auch bald lärmend an und betraten den Raum laut.

„Hallo!“, dröhnte Sakura gedehnt in den Raum und Yuki folgte ihr lachend. Beide ließen sich lässig auf den Stühlen nieder, Yuki begann sofort zu schaukeln.

„Also, was steht an? Was machen wir zuerst?“, fragte Sakura ganz aufgeregt in die Runde. Genervt richtete Kyoya seine Brille, vermied es aber zu antworten. Haruhi sah hilflos in die Runde und fragte schließlich

„Hat jemand Ideen?“

„Was hältst du von einem Strandausflug?“, fragte Kotoko

„eeehn.“, machte die Zwillinge ein Buzzergeräusch nach „Gabs schon!“

Kotoko blickte zu Kyoya der auf der anderen Seite des Tisches saß , er setzte sich unter ihrem Blick aufrechter hin und sagte nach einem kurzen Räuspern:

„Wie wäre es mit einer Märchenwoche?“

Alle sahen ihn mit großen Augen an und Hikaru war der erste der etwas herausbrachte „Märchenwoche? Das klingt klasse! Mit welchem Märchen fangen wir an?“

„Schneewittchen!“, rief Yuki sofort begeistert

„Gibt es genügend Rollen?“, fragte Kotoko zweifelnd und da zog auch Kyoya die Stirn in Falten

„Keine Sorge!“, sagte Kaoru „Wir können ja einen Wettbewerb machen. Wer kommt als das schönste Schneewittchen?“

Haruhi nickte „Hört sich gut an.“

„Wir machen also eine Märchenwoche...“, murmelte Kyoya und trug das in sein Notizbuch ein. „Hm... die Vorbereitungen werden wir dann auf Samstag oder Sonntag verschieben... Wir müssen den Direktor um Erlaubnis bitten uns am Wochenende die Schule betreten zu lassen...“

„Wieso?“, fragte Hikaru „Was ist mit Freitag Nachmittag?“

„Wir haben einen Termin am Freitag.“, informierte Kyoya ohne den Blick zu heben

Die beiden Zwillinge legten zeitgleich den Kopf schief, Kotoko spielte mit der Schleife an ihrem Kleid.

„Unsere Verlobung ist am Freitagabend, ich dachte Kyoya hat euch die Einladung gegeben?“, sie sah unsicher in die Runde.

Die Zwillinge blickten mit großen Augen von ihr zu Kyoya der sich räusperte und seine Brille richtete.

„Das habe ich wohl vergessen. Ich habe sie hier...“, doch noch während er gesprochen hatte war Kotoko abrupt aufgestanden.

„Weißt du was?“, Tränen glänzten in ihren Augen „Wenn du diese Verlobung nicht willst... nicht wirklich von Herzen willst – dann will ich sie auch nicht. Überwinde dich bloß nicht zu soetwas unmenschlich Schrecklichem wie mich zu lieben!“

Sie wandte sich um und rannte davon, die Rufe der anderen in ihrem Rücken.

„Sollten wir ihr nicht nachgehen?“, fragte Yuki besorgt als Kyoya aufstand

„Das ist meine Aufgabe.“, meinte er doch er wurde von Haruhi aufgehalten

„Genau das ist es Kyoya – Aufgabe, Pflicht, Termin – du bist zu leblos!“, ihre Worte versetzten ihm einen Schlag „Zeig ihr endlich das du etwas für sie empfindest, das sie dir wichtig ist!“

Haruhi wagte nicht gewichtigere Worte zu benutzten da sie sich selbst nicht sicher war ob er sie wirklich liebte. Kyoya senkte den Kopf, verließ still und schnell den Raum. Sie hörten ihn in der Ferne Kotokos Namen rufen.

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